Hohennauen

Vertrag zur Nutzung der Dorfkirche

Die Dorfkirche Hohennauen soll – wenn sie saniert ist – ein Ort für viele Veranstaltungen werden. Nur wer gegen Christus öffentlich wettern will, der darf das nicht im Gotteshaus.

Die Kirche Hohennauen wird zurzeit saniert.
Quelle: Norbert Stein
 
Eine beliebte Veranstaltung: Hubertusmesse in der Kirche Hohennauen
Quelle: Uwe Hoffmann wort+bild

Hohennauen Die Dorfkirche in Hohennauen ist seit einem Jahr eine Baustelle. Die Kirche wird saniert. Dafür stehen im ersten Bauabschnitt mit Hilfe einer Leader-Förderung rund 500 000 Euro zu Verfügung. Die Arbeiten am Kirchturm sind bereits abgeschlossen. Derzeit bekommt das Kirchenschiff ein neues Dach.

Die Trockenlegung des Mauerwerks, Sockelsanierung, Beseitigung beschädigter Stellen im Inneren der Kirche und weitere Arbeiten sollen in einem zweiten Bauabschnitt erledigt werden. Auch dafür haben die Evangelische Kirchengemeinde und der Förderverein zum Erhalt der Kirche bereits Fördermittel beim Land beantragt.

Vielseitige Nutzung

Nach Abschluss der Sanierung soll die Kirche noch vielseitiger genutzt werden. Dafür haben die Kirchengemeinde Hohennauen und die Gemeinde Seeblick eine Vereinbarung aus dem Jahr 2011 zur öffentlichen Nutzung der Kirche nun aktualisiert. Die Kommunalpolitiker aus Seeblick haben der Neufassung der Vereinbarung auf ihrer jüngsten Sitzung zugestimmt. „Eine vielseitige Nutzung der Kirche bereichert das gesellschaftliche, kulturelle und künstlerische Leben der Gemeinde“, sagt Bürgermeister Ulf Gottwald und hebt die Vielseitigkeit hervor.

Die Nutzungsvereinbarung ermöglicht Geschichts- und wanderausstellungen, Konzerte sowie Veranstaltungen örtlicher und auswärtiger Vereine und Interessensgruppen in der Kirche. Schulen und Kitas können die Kirche für Aufführungen nutzen und sie steht auch für Veranstaltungen aus dem Amtsbereich Rhinow offen.

Auch für Tagungen

Das Gotteshaus darf für Tagungen, Konferenzen, Bildungsveranstaltungen und touristische Zwecke genutzt werden. Die Kirche wird für Besichtigungen geöffnet. Auch Führungen durch die Kirche sind möglich. Die Kirchengemeinde wird ihre Zustimmung zu solchen Veranstaltungen nur dann nicht geben, wenn sie das Gotteshaus für eigene Zwecke benötigt.

Gottesdienste, kirchliche Amtshandlungen und Veranstaltungen der Kirchengemeinde haben weiterhin Vorrang. Voraussetzung für nicht christliche Veranstaltungen in der Kirche ist jedoch, dass die Widmung und Bestimmung des Gebäudes als Ort der Verkündung gewahrt bleibt.

Was nicht erlaubt ist

Nicht zugelassen werden Veranstaltungen, deren Träger sich in Wort und Schrift gegen die Kirche oder den christlichen Glauben wenden. Auch dürfen die Veranstaltungen nicht gegen die Würde der Schöpfung, der Toleranz und der Achtung des Menschen verstoßen. Kommerzielle oder politische Werbeveranstaltungen sind ebenfalls untersagt.

Die aktualisierte Nutzungsvereinbarung bildet den Rahmen, die Dorfkirche nach Abschluss der Sanierungsarbeiten noch vielseitiger für eine breite Öffentlichkeit zu öffnen. Dabei steht Hohennauen keineswegs vor einem Neuanfang. Insbesondere der Förderverein Kirche Hohennauen engagiert sich seit seiner Gründung im Jahre 2009 für kulturelle und künstlerische Vielfalt in dem Gotteshaus.

Bevor das Gebäude eine Baustelle wurde, hat der Förderverein jährlich rund zehn solcher Veranstaltungen mit rund 6000 Besuchern organisiert.

Von Norbert Stein

Märkische Allgemeine vom 22. Mai 2018

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