Sanierung

Die Kirche in Marwitz bekommt eins aufs Dach

Löcher zwischen den Ziegeln, marode Balken, Feuchtigkeit – seit Jahren soll das denkmalgeschützte Gotteshaus saniert werden. Jetzt ist es bald soweit. Die Ausschreibung für die ausführenden Firmen läuft und die Fördermittel stehen bereit.

Skeptisch schaut Pfarrer Markus Schütte ins Dach. Die maroden Beton-Dachsteine sollen bald roten Biberschwanz-Ziegeln weichen.
Quelle: Jeannette Hix

Marwitz Die Stoßgebete von Pfarrer Markus Schütte (49) wurden erhört: Die marode, Barockkirche von 1767 wird saniert. Mit dem Dach soll es losgehen. Markus Schütte: „Anfang April wurde die Ausschreibung für die Baufirmen gestartet. Wir hoffen, dass die Arbeiten noch im Mai starten.“ Rund 155 000 Euro Fördergelder stehen dafür bereit. Die Hälfte der Summe schießt das Land Brandenburg zu, der Rest kommt von der Landeskirche, vom Kirchenkreis und der Gemeinde.

155 000 Euro Fördermittel für die Dachsanierung stehen bereit

Denn Eile ist geboten. Steht man auf dem Dachboden und schaut nach oben, schimmert an vielen Stellen sonnig der blaue Himmel hindurch. Markus Schütte: „Zu DDR-Zeiten haben die Marwitzer selbst die alte Kirche vor dem totalen Verfall gerettet. Sie haben das Dach mit den Steinen gedeckt, die es damals gab – mit Beton-Dachsteinen. Doch die passen nicht optimal und so kam es zu Undichtheiten im Dach. Abgedichtet wurde teilweise mit Bauschaum, der auf Dauer die Feuchtigkeit nicht fern hielt. Ich bin überglücklich, dass jetzt bald mit der Sanierung begonnen wird.“

Demnächst ist der Sockel dran – wenn weitere 155 000 Euro fließen

Was der Geistliche und die Marwitzer nun ganz fest hoffen: Dass auch der zweite, angedachte Bauabschnitt durchgezogen wird. Dann ist der Sockel dran. „Es sieht mehr als gut aus, dass weitere Fördermittel in Höhe von 155 000 Euro für die Sockelsanierung fließen“, sagt Markus Schütte. Auch diese Fördermaßnahme wollen sich nach ersten Planungen Land, Landeskirche, Kirchenkreis und Gemeinde teilen.

Markus Schütte: „Die Grundmauern der ursprünglichen Marwitzer Kirche wurden im 12. Jahrhundert aus Feldsteinmauerwerk gebaut. Ende des 17. Jahrhunderts bekam die Kirche ihren Turm und wurde auf den Grundmauern erweitert.“ Der Zahn der Zeit hat auch hier genagt. Denn da es damals keine Isolierung im Mauerwerk gab, drang ungehindert immer wieder Feuchtigkeit ein.

Von Jeannette Hix

Märkische Allgemeine vom 10. Mai 2018

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