Läsikow

Der Kirchturm ist saniert

Der Turm der Kirche in Läsikow (Dorfkirche des Monats September 2007) ist saniert. Am Himmelfahrtstag gibt es deshalb einen Dank-Gottesdienst. Für die Turmsanierung sind extra ganz besondere Steine angefertigt worden.

Der Turm der Läsikower Kirche hatte eine Sanierung dringend nötig.
Quelle: Frauke Borchardt

Läsikow Die Läsikower kommen aus dem Feiern gar nicht mehr heraus. Gerade erst haben sie den neu gestalteten Spielplatz einweihen können und sich unterm Maibaum versammelt, jetzt gilt es, ein kirchliches Ereignis zu begehen. Das geschieht am Himmelfahrtstag ab 14 Uhr mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel, bei dem der fertig sanierte Turm im Mittelpunkt steht.

Dabei sollen auch jene Dank empfangen, die sich besonders darum verdient gemacht haben. Alle Spender und Helfer werden zu einem Gruppenfoto Aufstellung nehmen.

Der Turm war 1867 errichtet worden

Eva Zischler, Mitglied im Gemeindekirchenrat, gehört dazu. Sie ist so etwas wie die Küsterin der Gemeinde, sorgt sich um das Läuten der drei Glocken im Turm, um den Blumenschmuck auf dem Altar und sie übernimmt andere kleine Pflichten rund um das Gotteshaus. Die Arbeiten am Turm vor ihrem Wohnhaus hat sie von Anfang an begleitet. Das Bauwerk von 1867 – das Kirchenschiff ist wesentlich älter – brauchte eine dringend Instandsetzung. „Kleine Bäumchen wuchsen schon aus dem Mauerwerk. Dohlen hatten es sich unterm Dach gemütlich eingerichtet. Das Mauerwerk zeigte Lücken, Fugenverstrich fehlte fast vollständig“, erinnert sich Eva Zischler.

Die Schäden sind mittlerweile behoben. Das dauerte nicht viel länger als ein halbes Jahr. Deutlich mehr Zeit nahmen die Vorbereitungen in Anspruch. Natürlich ging es erst einmal ums liebe Geld. Bei der Beschaffung konnten die Läsikower auf Erfahrungen von Barbara Linke aus dem nahen Barsikow vertrauen. Sie hat auch konkrete Zahlen parat und weiß deshalb: Die komplette Sanierung kostete rund 58 500 Euro.

Geld gab es aus einem Denkmalschutz-Sonderprogramm

Davon kamen 20 000 Euro aus einem Denkmalschutz-Sonderprogramm, 2000 Euro vom Verein „Alte Kirchen“ in Brandenburg, weitere Mittel vom Kirchenkreis Prignitz der brandenburgischen Landeskirche. Nicht zu vergessen ist der Posten „Eigenleistungen“. Dahinter verbirgt sich ein Spendenaufkommen 11 000 Euro, von Läsikowern selbst 2648 Euro. Veranstaltungen in der Kirche wie die von Vater und Sohn Matthus angebotenen Konzerte trugen dazu bei. Beide Künstler fühlen sich ihrem früheren Wohnort nach wie vor verbunden.

Barbara Linke verfügt eine komplette Auflistung dessen, was beim Bauen ins Geld ging. Da waren insgesamt 376 Ersatzsteine herzustellen, keine „von der Stange“, sondern Unikate wie Formatziegel, Gesimsformziegel, Gesimsecken und Radialziegel. Dafür wiederum brauchte es Formen, deren Herstellung natürlich ebenfalls nicht für lau zu haben war. Das alles trug dazu bei, dass die veranschlagten Kosten nicht ganz ausreichten. Die drei Außenstufen hinein in den Turm mussten deshalb unberührt bleiben.

Sechs Nistkästen für Dohlen

Für Eva Zischler ist das aber zu verschmerzen. Wichtiger sei, was auf der Haben-Seite steht: ein repariertes Dach, erneuertes Mauerwerk inklusive Verfugung, neue hölzerne Schallluken und sechs Nistkästen für die Dohlen. Ob die sich wieder heimisch fühlen wollen, haben sie noch nicht zu erkennen geben. In Läsikow ist man aber diesbezüglich guter Hoffnung.

Von Wolfgang Hörmann

Märkische Allgemeine vom 06. Mai 2018

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