Jabel

Alle Balkenköpfe werden ersetzt

Das Dach der Dorfkirche in Jabel wird zurzeit saniert. Die Schäden am Dachstuhl sind groß. Alle Balkenköpfe müssen ersetzt werden. Um die Finanzierung des Projektes war lange gerungen worden.

Fachgespräch unterm Dach: Zimmerer Pit Dobenecker (l.) und sein Kollege René Linke.
Quelle: Wagener
 
Die alte Dachkonstruktion ist sehr marode. Das Holz ist zum Teil gar nicht mehr vorhanden.
Quelle: Björn Wagener
 
Die Dorfkirche in Jabel. Quelle: Björn Wagener

Jabel Die Balken-Enden sind durchgefault, zum Teil gar nicht mehr vorhanden: Wie nötig die Sanierung des Daches der Dorfkirche in Jabel ist, zeigt ein Blick ins Oberstübchen des Gebäudes. Dort sind Zimmerer zurzeit dabei, die Schäden zu beheben. Der Dachstuhl der Dorfkirche ist eine Baustelle, die über Bohlen begehbar ist. Das Dach wurde zum Teil aufgenommen, damit schlechtes Holz entfernt und neues eingesetzt werden kann. Zimmerer Pit Dobenecker klopft mit einem Beil nur leicht gegen das Holz, das sich sofort löst.

„Alle Balkenköpfe müssen ersetzt werden“, sagt Bauleiter Marek Fiedorowicz vom Ingenieurbüro für Baustatik und Sanierungsplanung (IBS). Es sind insgesamt mehr als 40?Stück.

Künftig kommt Luft ans Holz

Damit sie künftig länger halten als ihre Vorgänger, werden sie so verbaut, das Luft sie umschließen kann. Das alten Exemplare waren eingemauert worden. Wie schlecht ihnen das über die Jahre hinweg bekam, ist nicht zu übersehen. „Von außen waren die Schäden kaum zu erkennen“, sagt Pfarrer Berthold Schirge. Er ist froh darüber, dass die Dachsanierung nun endlich realisiert werden kann. „Das war höchste Zeit.“ Die Arbeiten ziehen sich voraussichtlich noch bis in den Spätsommer. Sie schließen auch die Neueindeckung des Daches des Kirchenschiffes ein.

Lange um Finanzierung gerungen

Um die Finanzierung des Projektes war lange gerungen worden. Letztlich zogen viele Beteiligte an einem Strang – die Stiftung Preußisches Kulturgut ebenso wie die Landeskirche, der Kirchenkreis Wittstock-Ruppin, die Gemeinde Heiligengrabe oder der örtliche Malermeister Fred Wehland, der die Rüstung kostenlos zur Verfügung stellte. Für den Löwenanteil jedoch sorgte der CDU-Bundestagsabgeordnete Sebastian Steinecke, der sich dafür einsetzte, dass Bundesmittel in Höhe von 100 000 Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm VI bereitgestellt wurden. Denn die Bohlensparrendach-Konstruktion ist in Brandenburger Kirchen sehr selten – die Dorfkirche, Baujahr 1803, deshalb eine Rarität. Zudem hatte Pfarrer Berthold Schirge schon 2016 mit Nachdruck klar gemacht, dass dem Gotteshaus ohne eine Sanierung in wenigen Jahren aus Sicherheitsgründen sogar eine Schließung drohen könnte.

Von Björn Wagener

Märkische Allgemeine vom 30. April 2018

   Zur Artikelübersicht