Sanierung

Theater, Bibliothek und Tonstudio in Kirche

Manuela Bohm

Döberitz (MOZ) Die Döberitzer können sich freuen. Hat die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Havelland erst kürzlich den Weg für Zuwendungen für einen zweiten Bauabschnitt an der Döberitzer Kirche geebnet, kann Pfarrer Hans-Dieter Kübler nun bereits über Fördergelder für den ersten Bauabschnitt verfügen.

Pfarrer Hans-Dieter Kübler kann nun die Kirche in Döberitz sanieren lassen.
© Foto: Manuela Bohm

Allerdings wird es höchste Zeit, dass die Sanierungsarbeiten beginnen. Die Firststeine auf dem Dach wurden auf zwei Meter von einem Sturm beschädigt. Innerhalb des ersten Bauabschnittes soll das komplette Dach abgetragen werden. „Danach werden wir sehen, in wie weit auch der Dachstuhl repariert werden muss, wie groß der Schaden ist“, sagt der Pfarrer. Der vorhandene Schornstein wird zurück gebaut, da die Kirche künftig mit einer anderen Heizung gewärmt werden soll. Am Turm werden die Lamellenfenster erneuert. Zudem habe eine Wartungsfirma festgestellt, dass der Glockenstuhl verrutscht ist. „Aus diesem Grund kann die Glocke zurzeit nicht läuten. Der Glockenstuhl liegt an der Mauer des Turms hin zum Kirchenschiff“, erklärt Pfarrer Kübler. Das Dach der Apsis wird ebenso saniert, zudem wird die Fassade neu ausgefugt. Um das Mauerwerk von Witterungseinflüssen künftig besser schützen zu können, hat der Denkmalschutz die Anbringung von Regenrinnen gestattet.

Der zweite Bauabschnitt umfasst die Arbeiten im Inneren. Die in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstandene Winterkirche, die den Kirchenraum zweiteilt, wird zurück gebaut. Um die Kirche weiter als Veranstaltungsort nutzen zu können, wird ein Sanitärtrakt eingebaut. Zudem muss das Tonnengewölbe abgenommen werden. „Die Sanierung der Zwischendecke und des Tonnengewölbes kann kompliziert werden, wir müssen erst sehen, wie es früher angelegt wurde“, so der Pfarrer. Die Kosten für die Baumaßnahmen belaufen sich auf insgesamt 400.000 Euro. Die Gelder werden in den beiden genannten Bauabschnitte verwendet.

Das Tonnengewölbe und die daraus resultierende gute Akustik ließ die Idee einer anderen Nutzung entstehen. „Vor der Erarbeitung der Förderanträge für die Sanierung überdachten wir die Nutzung des Hauses. Sind Gotteshäuser als Kirche für ein Dorf verstanden worden, soll die Döberitzer eine Kirche des Dorfes sein“, sagt Hans-Dieter Kübler. Kooperationen mit der in Premnitz ansässigen Freien Musikschule sowie der Kunst- und Musikschule des Landkreises bringen mehr Konzerte ins Gotteshaus, dazu vielleicht auch dramatische Gestaltungen von Geschichten für Kinder. Eine Idee des Premnitzer Bürgermeisters besteht in der Einrichtung einer kleinen Bibliothek samt Leseecke. Einzigartig dürfte wohl die Nutzung als Tonstudio sein. Mittels der guten Akustik unterm Tonnengewölbe wurden bereits einige Konzerte für Künstler aufgezeichnet. Dieses Angebot könnte ausgebaut werden. Können alle Ideen umgesetzt werden, wird die Kirche ein lebendiger Ort für das gesamte Dorf, eine Kirche des Dorfes. Über die Maßnahmen werden die Fördervereinsmitglieder am 2. Mai, 19.00 Uhr, informiert.

MOZ.de vom 28. April 2018

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