Konzert

Klingt fast wie neu: Sanierte Orgel in Roskower Kirche eingeweiht

Geschafft: Handwerker haben die Orgel in der Roskower Kirche saniert. Das Instrument klingt nun wieder so, wie es die Erbauer einst wollten. Davon konnten sich die Besucher des ersten Konzerts auf dem überholten Instrument jetzt überzeugen.

Beim ersten Konzert auf der sanierten Orgel.
Quelle: Christine Lummert
Pfarrerin Johanna-Martina Rief (r.) mit den Musikern Ute Wolff und Winfried Kuntz.
Quelle: Christine Lummert
 
Ute Wolff und Winfried Kuntz vor der sanierten Orgel.
Quelle: Christine Lummert
 
Sanierte Orgel in Roskower Kirche eingeweiht. Die überzähligen Orgelpfeifen aus der Restaurierung waren gegen eine Spende zu erwerben.
Quelle: Christine Lummert

Roskow Die ersten Töne mussten von Bach sein. Zum Konzert für die Wiedereinweihung der Rühlmann-Orgel in der Roskower Kirche hatte die Königin der Instrumente das erste Wort.

Die Glocken läuteten am Sonntag das freudige Ereignis ein und noch bevor Pfarrerin Johanna-Martina Rief die Gäste in der voll besetzten Kirche begrüßte, ließ Winfried Kuntz, der Orgelsachverständige der Evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz, mit dem Präludium C-Moll von Johann Sebastian Bach hören, worüber sich die Roskower in ihrem Gotteshaus ab sofort wieder freuen können.

„Als die Kirche in den neunziger Jahren grundlegend saniert und restauriert wurde, wagte man sich zwar an eine Instandsetzung der Orgel“, erklärte Pfarrerin Rief. „Dieser Eingriff in das Instrument war aber nicht gelungen und deshalb wurde jetzt ein weiterer Versuch in Angriff genommen, der sich hörbar gelohnt hat.“ Insgesamt 26 000 Euro waren nötig, um die Orgel wieder in den Zustand zu versetzen, den Orgelbauer Wilhelm Rühlmann im Jahr 1934 ursprünglich geschaffen hatte.

Ein Teil wurde aus Spenden finanziert. Ein anderer Teil kam aus Mitteln des Orgelfonds des Evangelischen Kirchenkreises Mittelmark-Brandenburg (EKMB), der einen Umfang von 300 000 Euro hat und an etwa 30 Projekten zur Instandsetzung von Orgeln beteiligt ist.

Thomas Wisch, der Superintendent des EKMB, freute sich mit den engagierten Roskowern und regte zudem Orgelpatenschaften an. „Nicht nur in der Roskower Kirche muss die Orgel regelmäßig gespielt werden, um dazu beizutragen, das Instrument in gutem Zustand zu erhalten“, erklärte Wisch. Wer also bereits Klavier spielen könne, solle auch ans Orgelspielen denken.

Zur Instandsetzung der Orgel durch die bekannte Orgelbauwerkstatt Matthias Schuke wurden unter anderem die Pfeifen neu angeordnet oder sogar neu angefertigt, um die vier Register des unteren Manuals neu entstehen zu lassen.

Die überzähligen Pfeifen wurden aber nicht weggeworfen. Gegen einen Spendenbetrag konnten sie von Konzertbesuchern erworben werden. „Das Geld fließt dann quasi in den zweiten Bauabschnitt der Orgel, denn die Rekonstruktion des zweiten Manuals steht noch aus und dafür müssen noch einmal 24 000 Euro eingesammelt werden“, erklärte Rief.

Organist Winfried Kuntz und Ute Wolff auf der Querflöte gestalteten gemeinsam den ersten Konzerthöhepunkt in der Roskower Kirche. Von Bach über Mozart bis zu Händel schöpften sie aus der klassischen Orgelliteratur.

Mit einem Augenzwinkern zeigte Winfried Kuntz aber auch, was noch so in der Königin der Instrumente steckt. Dazu variierte er das bekannte Kinderlied „Ein Männlein steht im Walde“ auf ganz unterschiedliche Arten. Mal mit einem Einschlag frei nach Vivaldi, dann als Wiener Walzer und anschließend mit viel Rhythmus und Swing wie in einem Gospellied. Abschließend verwandelte sich das Kinderlied in eine Toccata und sorgte für Schmunzeln im Publikum.

Von Christine Lummert

Märkische Allgemeine vom 23. April 2018

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