FAST 200 BESUCHER FEIERN DIE RESTAURIERTE GAST-ORGEL / SELTENE BLICKE INS INNERE DES INSTRUMENTES

Festkonzert zur Einweihung der Fünfeichener Kirchenorgel

Frank Groneberg

Fünfeichen (MOZ) Mit einem Festkonzert für Orgel und Bläser ist am Sonntagabend die restaurierte Gast-Orgel in der Fünfeichener Kirche eingeweiht worden. Fast 200 Besucher füllten die kleine Kirche buchstäblich bis auf den letzten Platz. Pfarrer Matthias Hirsch freute sich sehr über diese große Resonanz der Fünfeichener und der Bewohner der Nachbarorte. „Der Abend war wirklich eindrucksvoll“, sagte er am Dienstag. „Und er war ein großes Erlebnis auch für die Musiker.“ Der Pfarrer spricht dabei auch für sich selbst, hat er doch selbst als Posaunist im zehnköpfigen Blechbläserchor mitgespielt.

Freude über die Restaurierung: Pfarrer Matthias Hirsch und die Müllroser Orgelbauer Thomas Lang und Peter Dohne (v.r.)
© Foto: privat

Letztlich feierten die Gäste ihre Orgel, die in einer Internetabstimmung der Stiftung Orgelklang zur „Orgel des Jahres 2017“ gewählt worden ist, fast zweieinhalb Stunden lang. Das war nicht in erster Linie dem eindrucksvollen musikalischen Programm geschuldet, sondern der seltenen Gelegenheit für das Publikum, einen Blick ins Innere der Gast-Orgel zu werfen. Und diese wollten sich die Besucher des Festkonzertes natürlich nicht entgehen lassen. Zumal Fachleute der W. Sauer Orgelbau Frankfurt (Oder) GmbH – das Müllroser Unternehmen hatte das Instrument restauriert – bereitwillig Auskunft gaben und Fragen der Gäste beantworteten. „Das Interesse unserer Besucher war so groß, dass wir den Beginn des zweiten Konzertteils nach hinten verschoben haben“, erzählte Matthias Hirsch. Der Eintritt zu dem Festkonzert war frei. Nach Konzertende wurden die Besucher um eine Kollekte gebeten, deren Erlös der weiteren kirchenmusikalischen Arbeit in der Kirchengemeinde Fünfeichen zugute kommt.

„Zum Einweihungskonzert erklang festliche Musik, gespielt von vier Organisten und zehn Blechbläsern und einer Paukerin“, fasste Pfarrer Matthias Hirsch das Programm des Festkonzertes zusammen. Neben dem letzten Satz aus der Reformationssinfonie von Felix Mendelssohn Bartholdy – in einer Bearbeitung für zehn Blechbläser und Orgel – sei „die großartige Suite Gothique des leider viel zu früh verstorbenen Léon Boëllmann“ erklungen. „Aber die Orgel kann nicht nur gewaltig, sondern auch zart und innig. Und was wichtig ist: Die Gemeinde gehörte mit zu den Musikern und sang ,Nun danket alle Gott‘ oder ,Der Mond ist aufgegangen‘.“

Die jetzt erfolgte Restaurierung der im Jahr 1881 eingebauten Orgel der Firma Friedrich Gast & Sohn aus Fürstenberg/Oder hat insgesamt 60 000 Euro gekostet. Allein 35 000 Euro konnten durch private Spenden gedeckt werden. Mit 5000 Euro hatte sich die Untere Denkmalschutzbehörde beteiligt, mit 3000 Euro die Stiftung Orgelklang, mit 2500 Euro der Kirchenkreis Oderland-Spree und mit 1000 Euro die Sparkassenstiftung. Die verbleibende Summe stammt aus Rücklagen der Kirchengemeinde Fünfeichen. (gro)

MOZ.de vom 18. April 2018

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