Freyenstein

Kirchturm mit neuer Uhr

Am Freitag um 12 Uhr soll die große Glocke der Freyensteiner Kirche wieder läuten – erstmals elektronisch gesteuert. Der Kirchturm ist nun von innen sicher begehbar. Am 2. Juni wird große Wiedereröffnung nach seiner Sanierung gefeiert.

Monteur René Sieber, Uhrmachermeister Detlef Beuß, Bauleiter Marek Fiedorowicz und Friedhelm Kanzler vom Gemeindekirchenrat (v.l.) mit dem Steuergerät für den Glockenschlag in der Freyensteiner Kirche.
Quelle: Björn Wagener
 
Die sogenannte Kirchenlaterne mit der neuen Uhr in der Kirche Freyenstein. Auch die Ziffernblätter und Zeiger sind neu.
Quelle: Björn Wagener

Freyenstein Moderne Zeiten brechen für die Kirche in Freyenstein an. Es wird eine neue Uhr in den Turm eingebaut. Am Freitag sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Monteur René Sieber von der Bernhard Zachariä Turmuhrenfabrik in Leipzig und Uhrmachermeister Detlef Beuß aus Wittstock übernehmen die Installation.

Um Punkt 12 Uhr, so der Plan, soll am Freitag die größte der drei Glocken erklingen – erstmals elektronisch gesteuert. Künftig sorgt die Technik selbst dafür, dass gespeicherte Läutezeiten eingehalten werden. Möglich wird das dank digitaler Steuerungstechnik, die in einem unscheinbaren grauen Kasten steckt, der im Eingangsbereich angebracht ist.

Neue Technik ist nahezu unsichtbar

Die neue Technik ist nahezu unsichtbar. In der sogenannten Kirchenlaterne, wo früher das mechanische Uhrwerk arbeitete, ist heute ein leerer Raum. Lediglich vier kleine Kästen – jeweils einer für die Zeiger der Ziffernblätter aus Aluminium, die in jede Himmelsrichtung zeigen, sind an den neuen Holzwänden zu sehen. In ihnen befinden sich die Antriebe, um die Zeiger zu bewegen. Das Ganze wird von unten beeinflusst. Laut Friedhelm Kanzler vom Gemeindekirchenrat habe sich das Gremium auf folgende Läutezeiten geeinigt: von 7 bis 22 Uhr jeweils halbstündlich einen Schlag und zur vollen Stunde die Uhrzeit. Außerdem gibt es dort oben Luken, die einen Blick über Freyenstein in verschiedene Richtungen erlauben, wenn man sie öffnet.

Jetzt sicher begehbar

Neben der Uhr und der Kirchenlaterne wurde der gesamte Kirchturm saniert. Er ist jetzt sicher von innen begehbar – und macht den Eindruck, als sei das schon immer so gewesen. Denn das verwendete Holz fügt sich nahtlos in den Gesamteindruck ein. Lediglich die Treppen hinauf zur Uhr fallen als helles neues Holz ins Auge. Öffnungen nach draußen wurden mit Gittergeflecht gesichert.

Das Glockengestühl ist jetzt viel stabiler. Die große Glocke wurde gedreht, „weil sonst das Läuterad am Glockenstuhl schleifen würde“, erklärt René Sieber.

Die Klöppel werden überarbeitet

Die Klöppel der beiden kleinen Exemplare wurden ausgebaut, um sie zu überarbeiten. Somit kann derzeit nur die große Glocke erklingen – über einen Hammerschlag von außen. Denn für die Schwingungen des Klöppels wäre das Joch, also die Aufhängung, zu instabil. „Die Nieten sind schlecht“, sagt Sieber.

Momentan laufen die Restarbeiten am Kirchturm, der künftig auch für Behinderte leicht zu erreichen sein soll. „Das Ganze war aufweniger als die Arbeiten am Kirchenschiff 2013“, sagt Friedhelm Kanzler. Am Sonnabend, 2. Juni, solle der Turm mit einem Fest samt Flohmarkt offiziell wieder freigegeben werden.

Von Björn Wagener

Märkische Allgemeine vom 16. April 2018

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