DAS FUNDAMENT DES KIRCHTURMS IN ROSENGARTEN WIRD ERNEUT VERSTäRKT

Fester Grund für Dorfkirche

Frank Groneberg

Rosengarten (MOZ) Seit Jahren setzen schwierige Bodenverhältnisse der Dorfkirche in Rosengarten zu. Zuletzt zeigten sich im Sommer 2016 im Kirchenturm zentimeterdicke Risse. Die Mauern wurden zunächst nur provisorisch gestützt und stabilisiert. Mit dem besser werdenden Wetter haben am Dienstag nun aufwendige Fundamentarbeiten begonnen.

116 Jahre altes Gemäuer: Ein Mitarbeiter der Müncheberger Baugesellschaft bei vorbereitenden Arbeiten für die notwendig gewordene Fundamentverbreiterung der Dorfkirche in Rosengarten.
© Foto: Thomas Gutke
 
Ortsvorsteher Christian Mirle (l.) und Peter Fritsch vom Gemeindekirchenrat beim Baurapport im Kirchhof am Dienstagmorgen.
© Foto: Thomas Gutke

Das Bild vom Haus, das auf festem Grund statt auf Sand gebaut werden soll, damit es größeren Wasserfluten standhält, gehört zu den bekanntesten Gleichnissen der Bibel. Für die Mitglieder der Kirchengemeinde in Rosengarten hat es seit geraumer Zeit aber auch ganz praktische Bedeutung. Notwendigerweise. „Bereits in einem Bodengutachten von 2001 ist von sehr komplizierten Bodenverhältnissen an unserer Kirche die Rede“, berichtet Christian Mirle, Ortsvorsteher und Kirchenmitglied, am Dienstag beim Baurapport auf dem Kirchhof. Bei bis zu acht Meter tiefen Bohrungen unterhalb des Kirchenturmes hatten Fachleute damals gleich drei wasserführende Schichten entdeckt, „dazwischen Ton und Schluff“, erklärt Mirle. Die Folge: Um die Jahrtausendwende zeigten sich erste Risse im Turm, der auf dem durchnässten Grund in Bewegung geraten war. Um die Statik nicht zu gefährden, wurden daraufhin die Seiten des Turms unter großem, auch finanziellen Aufwand mit einer Unterfangung stabilisiert.

„Nach 2010 stellte sich heraus, dass das nicht ausreichend war“, erzählt Peter Fritsch, Vorsitzender des Gemeindekirchenrats der Evangelischen Kirchengemeinde Frankfurt-Lebus. An einer Schulter des Turmes taten sich neue, feine Haarrisse auf. Sie sollten eigentlich im Sommer 2016 repariert werden. Doch binnen weniger Wochen riss die zum Teil mit Feldsteinen gemauerte Gebäudeecke plötzlich immer weiter auf. Teilweise konnte man eine ganze Hand im Spalt verschwinden lassen. Ursache war diesmal eine Trockenperiode. Mehrere große Eichen in der Nähe des Kirchenbaus zogen das Wasser aus dem Boden, das Erdreich rutschte ab. Und mit ihm Teile des Turms. Zwar drohte kein Einsturz. Dennoch kam die Kirchengemeinde nicht um nun deutlich aufwendigere Sanierungsarbeiten herum. „Die Kosten sind von 7000 Euro auf 35 000 Euro gestiegen. Für unsere Gemeinde ist das sehr viel Geld“, sagt Peter Fritsch.

Um die Bodenverhältnisse etwas zu entspannen, wurden im November 2016 zwei und jetzt im Februar noch einmal drei Eichen auf dem Gelände gefällt. Zugleich wurden die Risse provisorisch verfüllt und die Mauer mit Holzbalken stabilisiert. Seit Dienstag sind Arbeiter der Müncheberger Baugesellschaft mbH nun mit der Fundamentverbreiterung beschäftigt. „Wir stützen den Turm mit Betonbalken, die im Fundament verankert werden“, erklärt Tomasz Byczek vom zuständigen IBS Ingenieurbüro für Baustatik und Sanierungsplanung aus Hoppegarten.

Frost, Nässe und Kälte hatten den Beginn der Arbeiten lange hinausgezögert. Auch am Dienstag musste erst einmal Wasser aus der Baugrube abgepumpt werden, das aus dem Erdreich nach oben drückte. „Bis Mitte Mai wollen wir fertig sein“, sagt Tomasz Byczek. Die Zeit drängt. Schließlich ist für den 23. Juni auf dem Kirchhof wieder das traditionelle Rosenfest geplant, berichtet Ortsvorsteher Mirle.

Für die Evangelische Kirchengemeinde Frankfurt-Lebus ist die Fundamentsanierung im Ortsteil Rosengarten nicht das einzige große Bauprojekt in diesem Jahr. Das Gemeindehaus St. Georg am Karl-Ritter-Platz wird zurzeit barrierefrei mit einem Fahrstuhl am Nordgiebel erschlossen. „In dem Zuge werden dort gleich einige Brandschutzmaßnahmen und Elektroarbeiten miterledigt“, sagt Peter Fritsch.

MOZ.de vom 04. April 2018

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