Rosenwinkel

Förderverein für Dorfkirche gegründet

Die Kirche in Rosenwinkel ist vom Hausschwamm befallen und seit Herbst 2017 gesperrt. Nun herrscht Aufbruchstimmung im Dorf. Ein Förderverein zur Rettung der Kirche gründete sich am Freitag und hat schon 23 Mitglieder. Die Notsicherung in der Kirche begann Mitte Januar.

Die Gründungsmilieder vom Förderverein Dorfkirche Rosenwinkel mit ihren beiden Vorsitzenden Frank Böttcher (vorn 4. v. l.) und Christiane Hoffmann (vorn 5. v. l.).
Quelle: Christamaria Ruch

Rosenwinkel. Für die Kirche in Rosenwinkel besteht die Alarmstufe „Rot“. Das Gotteshaus ist massiv vom „Echten Hausschwamm“ befallen und seit September 2017 gesperrt. „Zur Zeit ist völlig unklar, was von der Kirche noch stehen bleiben kann“, sagte Architekt Uwe Mücklausch Freitagabend in Rosenwinkel.

23 Mitglieder im neuen Förderverein

Gleichzeitig herrscht Aufbruchstimmung im Dorf. 23 Frauen und Männer gründeten Freitagabend im örtlichen Dorfgemeinschaftshaus den Förderverein Dorfkirche Rosenwinkel. Satzungsziel ist „die Wiederherstellung und Erhaltung der in ihrer baulichen Substanz gefährdeten Dorfkirche.“ Der erste Vorsitzende ist Frank Böttcher, Christiane Hoffman wurde zur zweiten Vorsitzenden gewählt. „Ich bin sehr glücklich, dass wir das geschafft haben“, sagte Frank Böttcher.

Notsicherung seit Mitte Januar

Ein erster Schritt zur Rettung der Kirche ist getan: Seit Mitte Januar läuft die Notsicherung. Die Kirchengemeinde Jäglitz-Nadelbach als Bauherr, der Kirchenkreis Prignitz und die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-Schlesische Oberlausitz (EKBO) ziehen dabei an einem Strang. „50 000 Euro sind für diese ersten Maßnahmen vorgesehen“, sagte Pfarrer Christian Ruch. Jeweils 16 500 Euro sollen vom Kirchenkreis und der EKBO getragen werden und 17 000 Euro übernimmt die Kirchengemeinde. „Das Absaugen des Schwamms ist bereits abgeschlossen“, sagte Architekt Uwe Mücklausch vom Büro „Der Laden“ in Berlin Prenzlauer Berg.

Architekt: Kirche ist sanierungswürdig

Erste Bänke sind im Altarraum ausgebaut, der Steinfußboden in diesem Bereich abgetragen. Sämtliches Gestühl muss nun entfernt und verbrannt werden – die Schäden sind irreparabel. „Vermutlich wird bis zur Traufe der Kirche alles abgebaut und neu errichtet werden müssen“, so Mücklausch. „Es wäre aber unverantwortlich, jetzt schon Zahlen für die weiteren Arbeiten zu benennen“, sagte er. Gleichzeitig unterstrich er: „Die Kirche ist sanierungswürdig.“ Damit sprach er sich gegen einen Neubau aus.

300 Kirchenfördervereine im Land

Bernd Janowski, Geschäftsführer des Förderkreises Alte Kirchen, sagte: „Die Kirche hat eine erhaltenswerte Substanz und gehört zum kulturellen Gedächtnis im Dorf.“ Er begrüßte die Gründung des Fördervereins. Mehr als 300 Kirchenfördervereine sind in Brandenburg aktiv; es gibt 1600 Kirchen im Land. „Bisher haben wir es immer geschafft, dass keine Kirche abgerissen wurde“, so Janowski.

Langer Atem gefragt

Mit Blick auf die Notsicherung sagte er: „Das ist eine sehr generöse Geste, dass Kirchenkreis und Landeskirche die Maßnahme unterstützen wollen.“ Nun ist ein langer Atem gefragt. Der Förderverein und die Kirchengemeinde wollen gemeinsam mit dem Architekten Ideen für die Sanierung entwickeln.

Von Christamaria Ruch

Märkische Allgemeine vom 04. Februar 2018

   Zur Artikelübersicht