Fretzdorf

Auch sanierte Bereiche bröckeln

Die Fachwerkkirche in Fretzdorf hätte eine Sanierung nötig, aber das ist schwer zu realisieren. Die Eigenmittel des Fördervereins reichen längst nicht aus, um den Eigenanteil der Kosten zu bestreiten.

Die Kirche in Fretzdorf bröckelt auch dort, wo sie 2005 schon einmal saniert worden war.
Quelle: Björn Wagener

Fretzdorf. Der Zustand der Fachwerkkirche in Fretzdorf verschlechtert sich immer weiter. Vor allem im Fassadenbereich sind die Mängel längst nicht mehr zu übersehen. Der Putz bröckelt jedoch nicht nur in den alten, unsanierten Bereichen, sondern auch dort, wo eigentlich längst noch keine Schäden auftreten sollten.

Darauf weist Ernst Schick aus Fretzdorf hin, der dem Förderverein der Kirche in Fretzdorf vorsteht. Erst vor etwa zwölf Jahren seien Fassadenbereiche der Fachwerkkirche zum Teil saniert worden, doch schon jetzt sind bereits große Stücke des Putzes wieder abgefallen. Ernst Schick hat es durchgezählt: Von den 40 damals erneuerten Feldern seien nur noch vier in Ordnung. Zudem habe sich das Holz der 2005 verwendeten Balken zusammengezogen, sodass Ritzen entstanden sind. Das heißt, auch die sanierten Bereiche der ohnehin sanierungsbedürftigen Kirche müssten schon wieder erneuert oder zumindest ausgebessert werden.

Eigenanteil reicht längst nicht aus

Für das Sanieren der Kirche seien ohnehin 450 000 Euro veranschlagt. „Unser Eigenanteil liegt bei 25 Prozent“, sagt Ernst Schick. Doch von diesen 112 500 Euro seien erst 37 000 Euro vorhanden. „Das macht es uns schwer, weitere Spenden einzuwerben, weil die Leute sagen, dass ja nichts passiere, obwohl sie Geld gaben“, beschreibt Ernst Schick das Dilemma. Dass es mit der Kirche nicht vorangeht, sei auch deshalb unbefriedigend, weil das Gebäude künftig nicht nur für Gottesdienste, sondern auch als Veranstaltungs- und Beratungsraum genutzt werden solle.

Die Fachwerkkirche in Fretzdorf wurde von 1703 bis 1704 erbaut. Das Besondere: Ihr Stifter Ulrich Christoph von Stille ruht bis heute in einer Gruft direkt im Gotteshaus. Sie ist jedoch nur über eine Fußbodenklappe zu erreichen. Für Besucher ist diese Gruft nicht zugänglich.

Von Björn Wagener

Märkische Allgemeine vom 05. Januar 2018

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