FASSADENSANIERUNG AN DER BRIESENER KIRCHE NACH RUND VIER MONATEN BAUZEIT ABGESCHLOSSEN

Bossenputz für Schinkelbau

Bettina Winkler

Briesen (MOZ) Die Sanierungsarbeiten an der Kirchenfassade sind abgeschlossen, das meterhohe Gerüst demontiert. Der Schinkelbau von 1883 auf dem Dorfanger in Briesen erstrahlt in neuem Glanz.

Aufgehübscht ins neue Jahr: Die Fassadensanierung an der Briesener Kirche ist abgeschlossen.
© Foto: MOZ/Bettina Winkler

Rund vier Monate hat die Schönheitskur für das alte Gemäuer gedauert. Die Arbeiten wurden notwendig, weil der ursprüngliche Putz von der grundhaften Sanierung im Jahr 1994 Risse und Blasen aufwies. Wahrscheinlich hat dieser Farbanstrich eine chemische Reaktion ausgelöst, die Stellen des Putzes regelrecht zerfressen hat, so dass große Flächen abblättern. Eine Sanierung wurde dringend notwendig, um den Kirchenbau, den Schinkel als typische Dorf-Regelkirche Preußens entworfen hat, vor dem Zerfall zu retten.

Nachdem eine Fachfirma den bröckelnden Putz am Kirchenschiff beseitigt hatte, waren Spezialisten der Baudenkmalpflege Prenzlau am Werk und trugen einen sogenannten Bossenputz auf. Bei dieser Putzart handelt es sich um eine Nachbildung von behauenen Natursteinquadern. Per Handarbeit werden mit der Maurerkelle senkrechte und waagrechte Strukturen eingearbeitet, die den Anschein erwecken,es handelt sich um massives Natursteinmauerwerk. Diese Technik, bei der reiner Kalkputz verwendet wird, ist noch an einigen historischen Bauwerken in der Region zu sehen.

Eine besondere Herausforderung für die Fachmänner der Denkmalpflege war das Putzen in luftiger Höhe - kurz vor der Turmspitze. Jedes Kilo Material mussten die Männer per Lastenaufzug nach oben bringen, das schwere Handwerkszeug per Muskelkraft schleppen. Zudem sollten die historischen Fenstersimse erhalten bleiben, was wiederum die Arbeiten sehr schwierig machte.

Neben der Erneuerung der Fassade ist nun noch der ausgespülte Feldsteinsockel zu stabilisieren und neu zu verfugen. Eine neu angebrachte Dachrinne soll in Zukunft die Ausspülungen verhindern.

MOZ.de vom 03. Januar 2018

   Zur Artikelübersicht