Lindenberg (Gemeinde Groß Pankow)

Kirchendach ist dicht, Arbeit geht weiter

Für gut 150 000 Euro hat die Kirche von Lindenberg (Gemeinde Groß Pankow) ein neues Dach, neue Fenster und einen Opferputz gegen die Feuchtigkeit im Mauerwerk erhalten. Doch die Arbeiten müssen weitergehen. Unter anderem ist nicht klar, wie mit den Wandmalereien umgegangen werden soll, die unter früheren Farbschichten gefunden wurden.

Bei der Sanierung der Kirche in Lindenberg (Gemeinde Groß Pankow) ist der erste Bauabschnitt abgeschlossen.
Quelle: Andreas König

Lindenberg. Der Boden unter dem Rasen schmatzt und gluckst, wenn man den befestigten Weg an der Kirche von Lindenberg (Gemeinde Groß Pankow) verlässt. Kein Wunder, dass die Feuchtigkeit auch in das Gemäuer des alten Lindenberger Gotteshauses gekrochen ist. Doch zumindest von oben kann erst einmal kein neues Wasser ins Innere der Kirche dringen. „Die Arbeiten zur Sanierung des Daches sind zum Glück abgeschlossen“, sagt Gerd Thiedemann.

Das Vorstandsmitglied des Kirchbauvereins Lindenberg hat die Arbeiten das ganze Jahr über betreut. Der Dachstuhl wurde, wo nötig, erneuert, das Dach selbst wurde neu gedeckt, die Fenster wurden erneuert und das Gemäuer mit einer Opferputzschicht versehen. Damit soll die Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk gezogen werden.

Würdiger Platz für Glocke

Rund 150 000 Euro haben die Arbeiten bisher gekostet. Eine stolze Summe für den kleinen Ort. Doch ist trotz der großen Anstrengungen noch immer viel zu tun an der Kirche, und selbst von den bereits gefassten Plänen muss sich der Kirchbauverein zunächst einmal verabschieden. „Unseren Plan, die große Glocke vor der Kirche als Denkmal aufzustellen, mussten wir aufgeben“, sagt Gerd Thiedemann. „Das wäre einfach zu teuer geworden.“ Dabei wäre jetzt mehr Platz denn je, denn vier 20 Meter hohe Tannen, die dort standen, wurden gefällt. „Der eine Baum stand schon bedenklich schief und auch die anderen sahen nicht gut aus“, sagt Gerd Thiedemann. „Wir hatten Angst, dass die Bäume bei einem erneuten Sturm auf das neu gedeckte Kirchendach fallen.“ Die Sorge war nicht unbegründet, wie sich herausstellte. Die Stämme seien inwendig bereits morsch gewesen, berichtet das Vorstandsmitglied.

Nun soll die große Glocke, die laut Prägung aus dem Jahr 1954 stammen soll, doch einen würdigen Platz bekommen. „Wir wollen sie im Vorraum der Kirche aufstellen“, sagt Gerd Thiedemann. Zu diesem Zweck wird der Holzverschlag entfernt, der gegenwärtig noch als eine Art Abstellkammer fungiert. Ebenfalls im Vorraum aufgestellt werden sollen die Grabplatten der früheren Pfarrer von Lindenberg.

Unklar ist der Umgang mit mittelalterlicher Malerei

Das Innere des Gotteshauses wirkt derweil geradezu kahl. Ein Grund dafür ist der nüchtern weiße Opferputz, mit dem die Wände versehen wurden. Der einst mit Hohlblocksteinen zugemauerte Eingang an der Nordseite wurde indessen mit richtigen Mauersteinen verschlossen. Die Gemeinde und der Kirchbauverein planen, die so entstandene Nische für einen Opfertisch zu nutzen. „So ähnlich wie in den katholischen Kirchen, wo man eine Kerze anzünden kann“, erklärt Gerd Thiedemann.

Noch nicht gelöst ist die Frage der wahrscheinlich mittelalterlichen Wandmalereien. Sie verbergen sich hinter späteren Farbschichten. Eine Restaurierung könnte weitere Kosten in unabsehbarer Höhe verursachen. „Wir wollen demnächst noch mal mit dem Denkmalschutz beraten, wie wir mit dem Thema weiter umgehen“, sagt Gerd Thiedemann.

Gottesdienste noch im Gemeindehaus

Trotz der immensen finanziellen Anstrengungen blieb im Zuge des jetzt beendeten ersten Bauabschnitts noch Geld für einige weitere Arbeiten. So erhellen jetzt Lampen den Weg von der Eingangspforte des Pfarrgartens bis zur eigentlichen Kirche, was vor allem in der dunklen Jahreszeit ein echter Fortschritt ist. Und auch die Kirchturmuhr soll bald wieder die richtige Zeit anzeigen. „Das Zifferblatt wurde von einem Uhrmachermeister aus Havelberg bereits erneuert“, sagt Gerd Thiedemann. „Demnächst nimmt er sich das Uhrwerk vor.“

Den Stundenschlag muss die kleine Glocke übernehmen, da ihre große Schwester wie erwähnt im Kirchenvorraum steht. Die Gottesdienste der kleinen Lindenberger Gemeinde werden noch im Gemeindehaus hinter der Kirche abgehalten. Erstmals Heiligabend sollen die Gemeindeglieder und andere interessierte Besucher den Gottesdienst wieder in der Kirche feiern können.

Bis dahin wird es noch zwei Konzerte geben, um die Kirchbaukasse wieder aufzufüllen. Den Auftakt gibt am Sonnabend, 25. November, ab 15 Uhr die Harfenistin Luise Dinnebier aus Berlin.

Von Andreas König

Märkische Allgemeine vom 22. November 2017

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