KIRCHE IN BORNOW MUSS SANIERT WERDEN / EINZELNE BACKSTEINE AUS TURM BEI STURM GELöST / ARBEITEN FüR 2019 ANVISIERT

Bröckelndes Wahrzeichen

Tatjana Littig

Bornow (MOZ) Die Dorfkirche in Bornow muss zeitnah saniert werden. "Hier fällt uns der Turm vor die Füße", sagt Pfarrer Gerd Linden und deutet nach oben. Über dem Glockenturm sind Platten angebracht worden. "Weil Steine drohten runterzufallen", informiert der 52-Jährige. Schuld daran war nicht etwa Sturm "Xavier" Anfang Oktober. "Es war ein Vorgänger", klärt Gerd Linden auf. Spontan schätzt er: "Im vorletzten Jahr." Einige Steine sind damals hinabgestürzt. Ein Teil des Daches unter dem Glockenturm ist mit einer Plane abgedeckt - dort landeten die Steine. Heute liegen sie an einer Kirchenwand.

Das Sorgenkind im Hintergrund: Der Turm der Kirche in Bornow bröckelt, wie Pfarrer Gerd Linden erklärt.
© Foto: MOZ/Jörn Tornow
Kirche Bornow verliert Ziegelsteine.
© Foto: MOZ/Jörn Tornow

Der Grundstein für den neugotischen Backsteinbau wurde 1889 gelegt. Es war nicht die erste Kirche an der Stelle. 1677 wurde hier ein Fachwerkgebäude errichtet. Die Glocken in Bornow sind furchtbar alt: Die kleinere ist von 1499 und mit Reliefs verziert. "Es ist die älteste Kirchenglocke in der Region", teilt der Pfarrer mit. Die größere Glocke ist nur unwesentlich jünger, sie ist von 1520. Geläutet werden sie im Moment jedoch nicht - eine Vorsichtsmaßnahme, um den Glockenturm nicht weiter zu beanspruchen. Von innen wurde der Turm schon einmal saniert. "In den 90er-Jahren", meint der gebürtige Cottbuser sich zu erinnern. Nun muss auch von außen was passieren. Das Problem sind die "wunderbaren Fugen", wie Gerd Linden ironisch anmerkt, denn obwohl schön anzusehen, sind sie durch die Witterung stark ausgewaschen. "Der Turm muss neu verfugt werden", so sein Fazit. Und wenn dann das Baugerüst steht: Die Schiefereinkleidung des Turms muss erneuert werden, die Schallluken sind defekt und der Wetterhahn auf der Turmspitze ist schief.

Zudem müsste bei einer Sanierung das Dach neu gemacht werden - nicht nur an der Stelle, wo es beschädigt wurde, sondern in seiner Gesamtheit. "Es ist noch die Erstdeckung", erklärt dazu der Pfarrer. Nur vereinzelt wurden Schiefer ausgewechselt - daran zu erkennen, dass sie rot sind und nicht wie die ursprünglichen schwarz. Und natürlich würden dann auch Fugenarbeiten am Schiff angegangen. "Das muss in einem Zug gemacht werden." Sonst sehe es nicht ebenmäßig aus.

Für wann die Arbeiten anvisiert sind? "Eher 2019 als 2018", sagt Gerd Linden. Man sei in der Planungsphase, als nächstes stehe die Finanzierungsfrage im Raum. Zwei weitere Maßnahmen im Kirchenkreis hat der Pfarrer noch auf seinem Zettel, zum einen das Kinder- und Jugendzentrum in Lindenberg und zum anderen die Kirche in Herzberg. Danach ist hoffentlich Schluss und der "riesige Baurückstand aus DDR-Zeiten" Geschichte.

MOZ.de vom 21. November 2017

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