Volkstrauertag in Gohlitz

Gedenktafel nach Restauration enthüllt

In einer feierlichen Zeremonie kam am Volkstrauertag eine historische Gedenktafel wieder an ihren angestammten Platz neben dem barocken Kanzelaltar in der Gohlitzer Kirche zurück. Sie soll künftig als ein Zeichen gegen das Vergessen an die gefallenen Soldaten erinnern.

Die Gedenktafel an der Wand der Gohlitzer Kirche
Quelle: Astrid Wiebe

Gohlitz. Auf dem Dachboden der Gohlitzer Dorfkirche hatte sie jahrzehntelang gelegen. Eine verschollen geglaubte große Gedenktafel aus Holz mit der Inschrift: „Dankbares Andenken der Gemeinde Gohlitz an diejenigen von den 29 Jünglingen und Männern…die ein Opfer dieses Kampfes wurden in den Jahren 1813/1815….“ und mit den Namen der gefallenen Soldaten. Allesamt waren sie Einwohner des kleinen Örtchens Gohlitz und hatten ihr Leben auf dem Schlachtfeld verloren.

Erst auf Initiative des örtlichen Fördervereins „Drei Kleinode“, der sich vor zwei Jahren gründete und sich seitdem für den Erhalt der Dorfkirchen in Niebede, Wachow und Gohlitz einsetzt, konnte die hölzerne Gedenktafel restauriert werden. Die Mittelbrandenburgische Sparkasse Potsdam spendete 1800 Euro, damit die Restauratoren Karin und Klaus Jacob aus Ketzür die Gedenktafel behutsam und mit viel Fingerspitzengefühl wieder in ihren alten Zustand versetzen konnten. Zum Volkstrauertag am Sonntag wurde die Gedenktafel in einer feierlichen Zeremonie an ihrem angestammten Platz neben dem prachtvollen, barocken Kanzelaltar enthüllt. Sie soll künftig als ein Zeichen gegen das Vergessen an die gefallenen Soldaten erinnern.

Im Beisein von Landrat Roger Lewandowski (CDU), Holger Schiebold (CDU), stellvertretender Kreistagsvorsitzender und Nauens Stadtoberhaupt Detlef Fleischmann (SPD) mahnte Bettina Radcke, Vorstandsvorsitzende des Fördervereins „Drei Kleinode“ und Theologin, dass die Gedenktafel ein Zeichen der Trauer, aber auch der Versöhnung sei. „Ich bin froh, dass es solche Orte gibt, um die Geschichte in unserer Erinnerung wachzuhalten. Denn wir brauchen diese Mahnung.“

Dass Frieden kein Zufall sei, daran erinnerte der Landesgeschäftsführer des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Oliver Breithaupt und stimmte die rund 60 Anwesenden nachdenklich. Im Anschluss wurde auf dem Kirchfriedhof Gohlitz die zentrale Gedenkfeier des Landkreises zum Volkstrauertag abgehalten.

„Wir begehen den Volkstrauertag jedes Jahr in einer anderen Gemeinde, denn überall im Havelland gibt es Mahnmale, die wir nicht vergessen dürfen“, sagte die Kreisgeschäftsführerin des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Silke Cardeneo.

Begleitet von einer Bundeswehrdelegation des Kreisverbindungskommandos Havelland gedachten am „Ehrenmal für die im ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten“ zahlreiche Bürger und Vertreter verschiedener Vereine und Verbände der Opfer von Krieg und Gewalt.

Von Astrid Wiebe

Märkische Allgemeine vom 19. November 2017

   Zur Artikelübersicht