Tornow

Traum vom Turmbau noch nicht ausgeträumt

Obwohl der erste Förderantrag vom vergangenen Jahr scheiterte, hat sich Tornow noch nicht von der Idee eines neuen Glockenturms für die örtliche Kirche verabschiedet. Um ein belastbares Nutzungskonzept vorlegen zu können, will man das Kirchenschiff mit ins Vorhaben einbeziehen. Doch das bedeutet einen höheren Gesamtaufwand.

Die Tornower haben sich Kirchenschiff und den Neubau eines Glockenturms auf die Agenda gesetzt.
Quelle: Alexander Beckmann

Tornow. Die Bemühungen um die Sanierung der Kirche von Tornow machen Fortschritte – zumindest kleine. Ortsvorsteher Uwe Tackmann schätzt in seinem jüngsten Rundbrief zwar ein: „Die Entwicklungen gehen weiterhin schleppend voran“, doch immerhin liege nun ein erstes professionelles Gutachten zum Bauzustand der Kirche vor.

Hintergrund ist das vor einigen Jahren gefasste Vorhaben, der Kirche wieder zu einem Glockenturm zu verhelfen. Ergänzend dazu soll nun auch das Kirchenschiff in einen annehmbaren Zustand versetzt werden – zumal man es beim Turmbau sowieso mit anfassen müsste. Die Untersuchungen haben gezeigt, was alles zu tun wäre. „Die Feuchtigkeit muss raus und das Dach wäre zu erneuern“, fasst Ortsvorsteher Uwe Tackmann zusammen und erklärt zugleich: „Ich bin überrascht, dass der Aufwand doch so überschaubar ist.“ Allerdings sind die letzten Restaurierungsarbeiten auch noch gar nicht so lange her: 1997 erfolgte eine Sanierung des Gebäudes.

Hoffnung auf Förderung nicht aufgegeben

Alles in allem gehe es um eine Summe im unteren sechsstelligen Bereich, schreibt Tackmann in seinem Rundbrief. „Von dieser Summe müssen rund 50 000 Euro aus Spenden eingeworben werden. Das wird ein hartes Stück Arbeit.“ Außerdem betonte er auf MAZ-Anfrage ein grundsätzliches Hindernis: „Das große Problem ist, Fördermittel zu bekommen.“

Damit hatten die Tornower – allen voran der Verein „Lennépark und Kirche Tornow“ – von Anfang an zu kämpfen. Die Idee mit dem Neubau des Glockenturms besteht, wie erwähnt, ja schon länger. Der Turm des Backsteinbaus aus dem Jahre 1828 musste 1965 wegen Baufälligkeit abgetragen werden. Die Glocke war während des Läutens aus dem Glockenstuhl gefallen. Seitdem hängt sie in einem hölzernen Türmchen neben dem Kirchenschiff.

Komplizierte Ausgangslage

Bereits seit 2012 liegt eine Baugenehmigung für einen neuen Turm vor. Doch das ganze Vorhaben verzögert sich immer wieder. Kompliziert wird es schon dadurch, dass die Kirche kommunales Eigentum ist, für das ein Nutzungsvertrag mit der Kirchengemeinde besteht. Damit kann weder die eine noch die andere Seite völlig frei über die Immobilie verfügen. Die in Frage kommenden Fördermittelgeber erwarten vor allem, dass ihnen ein der Allgemeinheit zugutekommendes Nutzungskonzept vorgelegt wird. Eben daran scheiterte im vergangenen Jahr ein Antrag beim Leader-Programm für den Turmbau alleine.

In Tornow setzt man nun die Hoffnung in das umfassendere Konzept für das gesamte Gebäude – was aber auch mit einem höheren Aufwand bei den Eigenleistungen verbunden sein wird. Das geht schon bei der seit 2012 vorliegenden Baugenehmigung los: Deren Gültigkeit endet im kommenden Jahr.

Von Alexander Beckmann

Märkische Allgemeine vom 17. November 2017

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