Aktuelles Baugeschehen

Neue Fenster und Türen für die Kirche in Stolzenhain/Röder

Daniela Windolff

Stolzenhain. Die Volksbank Elsterland übergibt 10 000 Euro aus Stiftungsmitteln und aus dem Reinerlös des Gewinnsparens an eine rührige Kirchengemeinde. Und eine weitere Überraschung folgt. Von Frank Claus

Beate Schreiber (l.) und Volksbank-Vorstand Silke Falkenhain (r.) haben 10 000 Euro für die Sanierung der Kirche Stolzenhain übergeben.
FOTO: Frank Claus / LR
 
Insgesamt zwölf dieser großen und kleineren Fenster werden restauriert.
FOTO: Frank Claus / LR

Stattliche 425 Jahre ist die Kirche in Stolzenhain an der Röder alt. Im Jahr 1592 ist sie gebaut worden. In den zurückliegenden Jahrzehnten und Jahrhunderten müssen die Einwohner schon immer großen Wert auf die Erhaltung ihrer Kirche gelegt haben. Auch zu DDR-Zeiten. Im Jahr 1986 ist begonnen worden, alle Malereien und Holzgegenstände fachmännisch zu restaurieren. Bis 1992 dauerten diese Arbeiten an. Im Jahr 2008 wurde die komplette Balkenkonstruktion und das Kirchendach saniert. Die Elektroanlage und der Blitzschutz sind ertüchtigt worden. Pfarrer Otto-Fabian Voigtländer hat noch mehr Fakten zusammengetragen. Auch die ganz aktuellen: „Vor fünf Jahren hat der Gemeindekirchenrat den Beschluss gefasst, die Fenster zu streichen, Putz und Sockel auszubessern. Mit 15 000 Euro ist da noch kalkuliert worden“, erzählt er. Schnell wurde klar, das würde nichts Halbes und nichts Ganzes werden.

Flickschusterei wiederum ist mit den Stolzenhainern nicht zu machen. Der Gemeindekirchenrat steckte wieder die Köpfe zusammen, holte sich Rat vom Kirchenkreis, von Restauratoren und Baufachleuten. Jetzt wird die weitere Sanierung der Kirche richtig angepackt. 140 000 Euro sind für die Fenster, die nun komplett restauriert werden, die Türen, die Mauerwerkstrockenlegung, Ausbesserungen am Putz und den nachfolgenden Anstrich kalkuliert. Im ersten Bauabschnitt werden Fenster und Türen in die Werkstatt geholt. Ulrich Haferland von der Holzwerkstatt aus Finsterwalde wird den zwölf Fenstern neue Holzrahmen geben, um dem Bleiglas wieder sicheren Halt zu geben. Dabei kommt auch der energetische Gedanke ins Spiel. Von innen werden den Fenstern Glasscheiben davor gesetzt. 30 000 Euro kostet dieser erste Schritt.

Dank der Volksbank Elsterland, bei der die Bitte um Unterstützung nicht verpuffte, konnten 10 000 Euro verbucht werden. Vorstand Silke Falkenhain und Marktbereichsleiterin Beate Schreiber haben es sich am Donnerstag nicht nehmen lassen und sich vom Baufortschritt überzeugt. „Das Geld stellt die VR Stiftung zur Verfügung. Wir geben aus unseren regionalen Mitteln aus dem Reinerlös des Gewinnsparens weitere 1000 Euro dazu“, so Silke Falkenhain. Sie wirbt für das Gewinnsparen bei der Bank. „Jeder, der mitmacht, sorgt auch dafür, dass Projekte wie diese in Stolzenhain gefördert werden können.“ Denn das Prinzip ist einfach: „Ein Los kostet fünf Euro, vier verbleiben am Jahresende beim Kunden, einer geht abzüglich des Verwaltungsaufwandes ausschließlich in Projekte in dem Filialbereich, in dem das Los gekauft wurde.“

Auch für den zweiten Bauabschnitt an der Stolzenhainer Kirche sind 90 Prozent der erforderlichen Summe bereits im Topf. Knapp 10 000 Euro fehlen noch. Otto-Fabian Voigtländer: „Stolzenhain hat eine rührige Kirchengemeinde. Ich bin mir sicher, dass wir das Geld zusammenbekommen.“

Ganz am Ende soll eine schmucke weiße Kirche die Stolzenhainer Dorfmitte zieren. Ob die Fensterfaschen dann ocker wie jetzt das Muster zeigt oder eher grau werden — darüber befinden Kirchenrat und Denkmalpflege noch. Eine Überraschung gibt es in diesem Jahr auf jeden Fall: Familie Petra und Werner Braunsdorf wollen einen Herrnhuter Stern in der Kirchturmspitze anbringen. Rechtzeitig vorm Konzert am 1. Dezember soll er weithin leuchten.

LR ONLINE vom 09. November 2017

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