Buskow

Dorfkirche in neuem Glanz

Am Sonntag traf sich die Buskower Kirchengemeinde in der frisch sanierten Dorfkirche zum Festgottesdienst. Unter den Gästen waren auch Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde und seine Gattin. Die Mittel für die Sanierung kamen aus vielen Töpfen – so konnten das Dach und der Turm saniert werden. Die Kirche erhielt innen und außen einen neuen Anstrich.

Pfarrerin Ute Feuerstack dankte beim Festgottesdienst den zahlreichen Sponsoren.
Quelle: Cornelia Felsch

Buskow. Noch vor vier Jahren bot die Buskower Kirche einen bemitleidenswerten Anblick. Der Kirchturm stand schief, der Putz hatte sich gelöst und die Wasserflecken an den Wänden waren deutlich sichtbar. „Nun erstrahlt sie wieder in neuem Glanz, mit frischer Farbe innen und außen. Viel Arbeit und viel Geld sind hinein geflossen“, sagte Pfarrerin Ute Feuerstack am Sonntag. In einem Festgottesdienst bedankten sich die Buskower für ihre frisch sanierte Kirche. Unter den rund 70 Gästen waren auch Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde und seine Gattin.

„Vor ein paar Jahren hätten wir es nicht für möglich gehalten, es grenzt an ein Wunder“, sagte die Pastorin. „Und deshalb dachten wir, dass das Erntedankfest eine gute Gelegenheit ist, unsere Freude zum Ausdruck zu bringen.“ Ute Feuerstack ließ die letzten Jahre Revue passieren, in denen es viele Sorgen gab: „Werden die Gewerke funktionieren? Reicht das Geld ? Wo sind die Handwerker? Wird alles gut werden?“ In der gut gefüllten Kirche gestand die Pfarrerin , dass sie in den vergangenen Monaten oft voller Verzweiflung vor der Kirche stand und hoffte, dass doch noch alles gut werde. „Meine Geduld hat mir geholfen und mein tiefes Vertrauen zu Gott“, sagte sie.

Geld aus vielen Töpfen

Aber auch vielen Sponsoren ist es zu verdanken, dass die Buskower Gemeinde sich über das frisch sanierte Gotteshaus freuen kann. Über den Staatskirchenvertrag sind viele Mittel aus dem Brandenburger Ministerium geflossen. Längst nicht alle Gemeinden können davon profitieren. Ute Feuerstack war deshalb besonders froh, dass das Buskower Haus in dieses Programm aufgenommen wurde. Ohne dieses Geld wäre aus der Sanierung wohl nichts geworden. Zum Gelingen hat auch die Stadt Neuruppin beigetragen. Der Förderkreis Alte Kirchen, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Stiftung zur Erhaltung kirchlicher Baudenkmäler und die Stiftung Soziales Neuruppin stehen auf der Liste der Förderer – ebenso wie die Gesamtkirchengemeinde Protzen-Wustrau-Radensleben, der Kirchenkreis Wittstock-Ruppin und die Evangelische Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.

Finger in der Wunde

Rund eine halbe Million Euro sind in die Sanierung geflossen. Der Dachstuhl wurde überarbeitet und das Dach neu gedeckt. Der Turm war stark in Mitleidenschaft gezogen – er musste in seine Einzelteile zerlegt werden, denn Hausschwamm hatte die Balken völlig zerfressen. Innen- und Außenwände bekamen einen frischen Anstrich. Dass es schlecht um ihre Kirche stand, wussten die Buskower schon lange. Doch immer wieder mangelte es an Geldern und so konnten nur kleine Arbeiten verrichtet werden. Der Dank der Pastorin galt deshalb an diesem Festtag auch den Buskowern, die sich im Förderkreis für ihre Kirche engagierten. „Sie haben immer wieder den Finger in die Wunde gelegt“, sagte Ute Feuerstack. 2014 war es dann endlich soweit; mit den nötigen Geldern konnte in den ersten Bauabschnitt gestartet werden. Der zweite Bauabschnitt folgte 2016.

Die Buskower Kirche stammt aus dem späten Mittelalter. Vermutlich wurde das Kirchenschiff in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts gebaut. Der Turm stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde später mehrfach saniert und erneuert.

Das Sanierungs-Ergebnis ist nun leuchtend weithin wahrnehmbar. Egal ob man von Neuruppin, Langen oder von Wustrau nach Buskow kommt. Zum Festgottesdienst erklangen am Sonntag fröhliche Dankeslieder aus der kleinen Kirche, begleitet von der frisch entstaubten Orgel und dem Posaunenchor: „Alle gute Gabe kommt her von Gott dem Herrn, drum dankt ihm dankt und hofft auf ihn!“

Von Cornelia Felsch

Märkische Allgemeine vom 24. September 2017

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