Vehlefanz

Saniert: Kirche ist jetzt ein Schmuckstück

2010 begannen an und in der Kirche in Vehlefanz Sanierungsarbeiten. Gebaut wurde am Dach, an der Fassade und im Innenraum. Fast eine Million Euro wurden dafür ausgegeben. Nun ist fast alles fertig. Am 23. September gibt es deshalb ein Kirchweihfest. Pfarrer Thomas Hellriegel erzählt von den Arbeiten.

Hell und freundlich ist die Kirche innen geworden: Die Bänke sind erneuert, die Farben neu und aufgefrischt.
Quelle: Enrico Kugler
 
Pfarrer Thomas Hellriegel in der Vehlefanzer Kirche.
Quelle: Enrico Kugler
 
Noch ist nicht alles fertig.
Quelle: Enrico Kugler

Vehlefanz. 2010 ging es los. So lange war die Kirche in Vehlefanz eine Baustelle. Hundertprozentig fertig ist sie immer noch nicht, aber das Gröbste ist geschafft. Am Sonnabend, 23. September, wird das Kirchweihfest gefeiert. „Das ist so etwas wie eine Zwischenstation“, sagt Pfarrer Thomas Hellriegel. Denn es sei immer noch etwas zu tun.

Die Kirche in Vehlefanz.
Quelle: Enrico Kugler;
 
Das Gestühl ist saniert worden.
Quelle: Enrico Kugler
 
Es gibt viel zu entdecken in der Kirche.
Quelle: Enrico Kugler

In den Jahren 2010 bis 2012 wurde das Dach der Kirche erneuert. 2013 und 2014 folgten die Außenfassade, die Fenster und die Türen. Von 2015 bis jetzt wurde innen saniert und restauriert. Alles ist vom Denkmalschutz begleitet worden. Das Gestühl musste saniert werden.“50 Prozent der Bänke waren so schadhaft, dass wir überlegt haben, ob wir einige davon aufgeben“, erzählt der Pfarrer. Aber es sei ein Tischler gefunden worden, der alles retten konnte. Die Ausmalungen in der Kirche sollten wieder so aussehen wie 1913. „Das ist jetzt der Originalton von damals“, so Thomas Hellriegel. „Das haben wir recherchieren können, so sah das mal aus.“ Haarrisse in der Decke sind beseitigt worden.

Etwa 950 000 Euro hat die Sanierung der Kirche gekostet. „Das war ein Mammutprojekt“, sagt Thomas Hellriegel. Das musste die evangelische Gemeinde nicht alles selbst zahlen. Die Landesregierung gab Geld dazu, die Stiftung Denkmalschutz, mehrere private Stiftungen, die Landeskirche und der Kirchenkreis und die Gemeinde Oberkrämer. Auf Beschluss der Gemeindevertreter kamen innerhalb von acht Jahren 100 000 Euro aus dem Haushalt von Oberkrämer.

„Ich habe sieben von acht Bauabschnitten begleitet“, sagt Thomas Hellriegel. Seit 2011 ist er im Amt, da liefen die Bauarbeiten schon. Er selbst kennt „seine“ Kirche also bislang nur als Baustelle. „Und ich hätte gerne das Gefühl, wir sind jetzt fertig.“ Aber es liegt noch ein bisschen was an – allerdings sind jetzt alle Maßnahmen abgeschlossen, die förderfähig waren. Was jetzt noch gemacht wird, muss die Kirchengemeinde selbst tragen. „Wir müssen nun sehen, was wir finanzieren können“, so Pfarrer Hellriegel. So wird überlegt, die Gruft zu öffnen, die sich unterhalb des Gebäudes befindet. „Vielleicht kann man die mal dokumentieren, sie ist aber teilweise vermauert.“ Auch soll in einem Teil des Kirchenschiffs Stühle aufgestellt werden. „Wir wollen den Nordflügel noch ein wenig liturgisch herstellen.“ Ehrgeizig sei auch das Ziel, eine zweite Glocke anzuschaffen sowie den Glockenstuhl zu sanieren. Das würde auch bis zu 20 000 Euro kosten.

Auch die anderen Kirchen des Pfarrsprengels stehen nun auf der Liste. Spätestens 2018 soll in Schwante die Sanierung des Kirchenturms in Vorplanung gehen. „Wenn das schnell geht, dann können wir da 2019 beginnen, realistisch ist aber eher 2020“, sagt Thomas Hellriegel. Auch dafür müssten dann Förderanträge gestellt werden. In Bärenklau soll mittelfristig die Kirche innen saniert, malerisch neu gestaltet werden. Auch das Gestühl und Wände wären da ein Thema. Nötig sei dafür eine Trockenlegung des Gemäuers.

Am Sonnabend, 23. September, beginnt an und in der Vehlefanzer Kirche aber erst einmal das Kirchweihfest. Um 14 Uhr startet ein Gottesdienst, außerdem gibt es einen Vortrag über die Baugeschichte seit 2010. Außerdem ist ein Konzert für Orgel und Trompete geplant. Für die Besucher wird es eine Kaffeetafel geben.

Von Robert Tiesler

Märkische Allgemeine vom 15. September 2017

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