Thomas Berger

Mittendrin und offen für alle

Münchehofe/Mü (MOZ) Mit einer großen Jubiläumsfeier einschließlich Festgottesdienst ist am Sonnabend das 20-jährige Bestehen des Fördervereins Alte Kirche Münchehofe gefeiert worden. Gewürdigt wurde das Aufbauwerk unter Beteiligung vieler, das längst noch nicht beendet ist.

Jubiläumsfeier so bunt wie das Leben in der Kirche: Auch die Müncheberger Chorsänger bereicherten den Festgottesdienst mit ihren Liedern.
© Thomas Berger
 
Glückwünsche und Geschenke: Die nahm Vereinschef Ingolf Dexheimer auch von Constanze Lübeck (Singakademie Potsdam) entgegen.
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Von einem Wunder sprach Superintendent Frank Schürer-Behrmann, nach einem ersten Besuch 2004 bald nach seinem Amtsantritt das zweite Mal in dem nunmehr Müncheberger Ortsteil zu Gast, in seiner Predigt. Und das mag nicht übertrieben sein. Schließlich, wurde an diesem Tag in mehreren Redebeiträgen erinnert, war der Abriss der Dorfkirche nach einem schweren Sturmschaden in den späten Achtzigerjahren eigentlich schon beschlossene Sache, selbst vom damaligen Gemeindekirchenrat in Obersdorf abgesegnet. Die Münchehofer aber leisteten Widerstand, schafften es, 1988 zumindest mit einem neuen Dach weitere Schäden zu verhindern, auch wenn es die nächsten paar Jahre bei diesem Zustand blieb.

Einen 2500 Jahre alten Text des Propheten Jesaja und das Zitat der Theologin Dorothee Sölle "Es muss doch mehr als alles geben!" hatte Schürer-Behrmann als Bezugspunkt gewählt. Er schlug einen Bogen von Erhalt und Sanierung der Kirche bis hin zu aktuellen Krisen, zu Solidarität, Miteinander, Inklusion. Auch dafür stehe der Verein, stehe die Münchehofer Kirche mit der Vielfalt an Leben, die dort einen Raum habe. "Ein Haus Gottes, des Dorfes und seiner Bewohner", wie es auch Pfarrerin Karin Bertheau schon eingangs formuliert hatte.

Die "Wiedergeburt" sei nicht einfach gewesen, räumte Ingolf Dexheimer, der seit 2006 dem Verein vorsteht, in seiner Festrede ein. Und so mancher unter den 15 Gründungsmitgliedern - heute sind es 40 - habe mitunter selbst Zweifel bekommen, ob das Vorhaben gelingen könne. Gerade Andreas Huth, der erste Vorsitzende, und andere hätten den Glauben aber nie aufgegeben. Und so erfolgten schrittweise Schwammsanierung, Außenfassade, Streichen innen oder auch die Rekonstruktion der Friedhofsmauer rings um das Gelände. Ganz vieles davon mit erheblichen Eigenleistungen und Spendern aus Ort und Umland. Viele Gäste der Jugendherberge seien in der Kirche zu Gast, so Dexheimer, der auch dem Ehepaar Gabi Munk und Ingo Krähmer, ebenso beim Fest musikalisch verantwortlich, für etliche Kulturveranstaltungen dankte. Sowie Gerd Jungwirth für die seit Jahren erfolgreich laufenden und das Programm bereichernden Fotoausstellungen - eine zusätzliche Attraktion, wenn im Sommerhalbjahr im Rahmen des Netzwerks Offene Kirche auch in Münchehofe die altehrwürdige Eingangstür geöffnet ist. Viele Radler vom vorbeiführenden Europaradweg kehren schon ein, die Hinweise direkt dort könnten aber noch verbessert werden, regte der Vereinschef an. Andreas Huth ließ Sanierung und Kulturleben in einer kleinen Bilderschau Revue passieren, der Müncheberger Chor, auch sonst zu Konzerten zu Gast, bereicherte den Festgottesdienst mit einigen Liedern.

Auch Sopranistin Ducksoon Park-Moor und Agnes Kirst, die auf der Harfe einige irisch-keltische Lieder spielte, bereicherten das Programm. Grüße und Glückwünsche in kollegial-nachbarschaftlicher Verbundenheit überbrachten die Vorsitzenden der beiden anderen Kirchenfördervereine aus Dahmsdorf und Hermersdorf, Gerda Völz und Martin Schulze. Dexheimer hatte in seiner Rede mehr Austausch und Absprachen angeregt.

Ein gefülltes Fotoalbum nebst einer Schoko-Kirche überreichte Constanze Lübeck von der Potsdamer Singakademie. Über Jahre war sie mit den Kindern zum Sommercamp in Münchehofe, der abschließende Auftritt in der Kirche war immer ein Höhepunkt. Diesmal war es der Letzte, da die Jugendherberge schließt.

Verwiesen wurde zudem auf die Nachbildung des Altars, die neu zu bewundern ist, maßgeblich organisiert von Gerd Jungwirth. Das Original steht übrigens in der Sakristei des Fürstenwalder Doms, wo es der Superintendent ganz häufig vor Augen hat, wie er erzählte. Jeden Morgen finde vor dem Altar eine Andacht statt.

Märkische Onlinezeitung vom 05. September 2017

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