Markus Kluge

Förderverein auf der Zielgeraden

Langen (RA) 2017 wird mit Sicherheit positiv in die Ortschronik von Langen eingehen. Zwei Gründe gibt es dafür. Erstens: Der Förderverein Stüler-Kirche wird 20 Jahre alt. Zweitens: Er hat es geschafft, die Restaurierung des Gotteshauses im Wesentlichen abzuschließen.

Altarraum verstellt: In den vergangenen Wochen wurde in der Kirche noch eifrig gearbeitet. Zum Festgottesdienst am Wochenende soll alles in neuem Glanz erstrahlen.
© MZV

Quasi das letzte i-Tüpfelchen wird derzeit noch gesetzt. Seit etwa acht Wochen steht ein großes Gerüst im Kirchenschiff, von dem aus der gesamte Altarraum restauriert wird. Die Apsis hatte laut dem Vereinsvorsitzenden Friedrich Weber Wasserflecken und Putzschäden. Der Idee, die Flecken einfach wegzuwischen und alles zu malern, machte der Denkmalschutz berechtigterweise einen Strich durch die Rechnung. "Die Malereien dort sind noch original", sagt Weber. An die Verzierungen, die kurz nach dem Bau der Kirche im Jahr 1855 entstanden sind, durfte letztlich nur eine Restauratorin Hand anlegen. Dass der Malerbetrieb auch noch einen Kontakt zu einer Expertin hatte, war laut Weber ein großer Glücksfall.

Zum 21. Wildschweinfest an diesem Sonnabend - eine wichtige Einnahmequelle und das traditionelle Fest des Fördervereins - wird die Apsis in neuem Glanz erstrahlen. Im Großen und Ganzen sind die dringendsten Arbeiten am Gotteshaus dann auch abgeschlossen. "Das hätte ich mir in meinen schönsten Vorstellungen nicht träumen lassen", sagt Architekt Weber. 1997 hatte er den Förderverein mit gegründet. Ein Gutachter war seinerzeit zu dem Schluss gekommen, dass rund drei Millionen Euro in die Restaurierung der Kirche gesteckt werden müssten. "Wir dachten, das schaffen wir nie", erinnert sich Weber, der da gerade seit fünf Jahren im Dorf lebte.

Mit vielen Spenden, Einnahmen beim alljährlichen Wildschweinfest, Unterstützung der Kirche und Fördermitteln konnte aber viel bewegt werden. Einer der Hauptfinanziers ist die Herrmann-Reemtsma-Stiftung. Sie schob mit 80000 Euro vor zehn Jahren die Dachsanierung an, die knapp eine Viertelmillion Euro kostete. Auch für die Restaurierung der Apsis gab die Stiftung jetzt 25000 Euro. Insgesamt flossen in den vergangenen 20Jahren rund 500000 Euro in die Sanierung der Kirche. Etwa 100000Euro brachte der Verein allein auf. "Das hätten wir nie erreicht, wenn wir nicht einfach angefangen hätten, und wir haben es auch mit einer halben Million Euro geschafft", meint Weber.

Mangels Arbeit muss der Verein sich nun aber nicht auflösen. In den kommenden Wochen soll die Kirche komplett gereinigt werden. Schließlich wird im nächsten Frühjahr der Abschluss der Sanierung gefeiert. "Es ist aber wie mit einem Auto. Gerade wenn es in der Werkstatt war, kommen die nächsten Mängel", sagt Weber. Die Überarbeitung der Fenster ist das nächste Projekt. "Wenn da mal ein Vogel etwas kräftiger dagegen fliegt, könnte schon eine Scheibe rausfallen", sagt er. Kostenpunkt pro Fenster: rund 10000Euro. Beim Wildschweinfest am Sonnabend ist dafür jeder Euro willkommen.

Das Wildschweinfest wird an diesem Sonnabend um 11.30 Uhr mit dem Jagdhornblasen vor der Kirche und dem Festgottesdienst eröffnet. Die Feier wird ab 13 Uhr auf dem Weber-Hof mit Köstlichkeiten vom Wildschwein und Livemusik fortgesetzt. Der Eintritt kostet um 13 Uhr zwei und um 17 Uhr vier Euro.

Märkische Onlinezeitung vom 05. September 2017

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