Anett Zimmermann und Heike Jäni

Im Mundblasverfahren wieder hergestellt

Neuküstrinchen (MOZ) Die Kirche von Neuküstrinchen, auch Dom des Oderbruchs genannt (Dorfkirche des Monats Dezember 2012), hat ihre ersten restaurierten Fenster zurück. Zwei auf der rechten Empore seien von Mitarbeitern der Glaswerkstatt Andreas Walter in Berlin-Köpenick inzwischen wieder eingebaut worden, berichtete jetzt Sylvia Hecht vom zuständigen evangelischen Pfarramt Neulietzegöricke. Bis Ende September sollen demnach alle Fenster der Südseite fertig sein. Das schließe auch die außen vorgesehenen Schutzgitter ein.

Neu eingesetzt: eines der bereits restaurierten und wieder eingesetzten Bleiglasfenster im Dom des Oderbruchs.
© Sylvia Hecht

"Die kaputten und fehlenden Glasscheiben wurden in der Firma Lamberts aus Waldsassen bei Hof im Mundblasverfahren hergestellt", erzählte Sylvia Hecht und verwies darauf, dass für die Einrahmung Bleiruten mit Karnis, also einer Verzierung, verwendet würden. Bei den unteren Fenstern werde in Absprache mit dem Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege dann wie im Original ein Schwarzlotüberzug beibehalten. Außerdem würden die restaurierten Fenster nicht mehr im Mauerwerk selbst verankert werden. "Sie schließen künftig alle mit einem Rahmen ab", erläuterte Sylvia Hecht.

Bei einem Werkstattbesuch in Berlin hatten sich Pfarrerin Nanna-Maria Luttenberger, Marek Fiedorowicz, Denkmalpfleger und Bauleiter des in Neuenhagen bei Berlin ansässigen Ingenieurbüros für Baustatik und Sanierungsplanung PartGmbB, und Sylvia Hecht erst vor wenigen Tagen ein Bild von der Glasrestaurierung gemacht. "Da wurde uns noch einmal deutlich, wie kaputt unsere Fenster, vor allem das Blei, waren und teilweise ja noch sind", sagte Sylvia Hecht. In der vergangenen Woche seien zudem drei weitere große Fenster ausgebaut worden, fügte sie nach der jüngsten Baubesprechung in Neuküstrinchen hinzu.

Im Herbst sollen dann auch die Fördermittelanträge für die Fenster auf der Nordseite gestellt werden. "Den Eigenanteil von 10 000 Euro haben wir soweit zusammen", blickte Sylvia Hecht schon mal voraus und hofft wie alle anderen Beteiligten auf die Fortführung der Restaurierung im nächsten Jahr.

Insgesamt zählt das Gotteshaus 32 ein- und 32 zweibahnige Fenster. Die Sanierung eines einbahnigen Fensters kostet laut Informationen von Pfarrerin Nanna-Maria Luttenberger 570 Euro, die eines zweibahnigen Fensters 3700 Euro.

Zu den ersten Förderern, die für die Sanierung der Neuküstrinchener Kirchenfenster die Finanzspritze aufgezogen hatten, gehörten die Sparkasse Märkisch-Oderland und der Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg. Sparkassenvorstand Reinhard Kampmann und Uwe Donath vom Förderkreis hatten während eines Adventskonzerts mit dem Fahlberg-Chor im vergangenen Jahr im Dom des Oderbruchs symbolisch jeweils 1000 Euro überreicht.

Wer spenden möchte, kann dies tun: Evangelische Bank eG, Kirchengemeinde Neuküstrinchen, IBAN: DE46 5206 0410 2903 9006 90, Verwendungszweck: Sanierung Kirchenfenster. Wer eine Quittung benötigt, kann sich an das Gemeindebüro wenden.

Märkische Onlinezeitung vom 26. August 2017

   Zur Artikelübersicht