Klausdorf

Kirchensanierung: Arbeiten dauern bis 2018

Der Förderverein zum Erhalt der Klausdorfer Kirche hat erneut umfangreiches Fördergeld erhalten. Im zweiten Bauabschnitt starten damit demnächst die Arbeiten zur Sanierung der Fenster sowie der Außenwände. Auch danach gibt es dann noch einige Aufgaben zu erledigen.

Auf den neuen Abschnitt zur Sanierung der Klausdorfer Kirche freuen sich Uwe Brüggemann, Reiner Lipsdorf sowie Kerstin und Lothar Schäfer (v.l.n.r.) vom Förderverein.
Quelle: Th. Wachs

Klausdorf. Jetzt geht es wieder ein großes Stück voran: Im September startet endlich der nächste Bauabschnitt zur Sanierung der Klausdorfer Dorfkirche. Der Förderverein kann nun abermals fast 70 000 Euro in das historische Gebäude stecken.

„Wir haben rund 56 000 Euro aus der Leader-Förderung zur ländlichen Entwicklung erhalten“, erzählt Kerstin Schäfer, die Schatzmeisterin des Fördervereins zum Erhalt der Klausdorfer Kirche. Hinzu kommen eine Zuwendung von 10 000 von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark sowie 2400 Euro von der Stiftung „Alte Häuser“. Der Verein selbst steuert rund 10 000 Euro Eigenanteil bei. „Unser Geld stammt aus Spenden und den Erlösen unserer Veranstaltungen der vergangenen Jahre“, erklärt der Vereinsvorsitzende Lothar Schäfer.

Mit dem gesamten Geld werden zunächst die maroden Fenster saniert und wenn nötig komplett erneuert. Zudem sind Arbeiten am Putz vorgesehen. Zuvor muss das Gebäude aber trockengelegt werden. „Dazu werden die Wände horizontal aufgesägt und mit einer Sperrschicht versehen“, erklärt Lothar Schäfer. Im nächsten Frühjahr, wenn die neuen Fenster eingesetzt sind, folgen dann die Putzarbeiten. „Innen müssen wir mit einem Spezialputz auch gegen Salpeter vorgehen, der in den Wänden steckt“, erzählt der Vereinschef.



Vor dem Abriss gerettet

Geweiht wurde die Kirche in Klausdorf am 27. April 1908. Sie überstand relativ unbeschadet zwei Weltkriege. Renovierungen fanden aber nie statt. Das Haus verfiel.
Bauamtlich gesperrt wurde die Kirche 1979. Der Abriss drohte 1984.
Die Klausdorfer sammelten Spenden. 17 000 DDR-Mark kamen zusammen. Unterstützt von Betrieben, Handwerkern und freiwilligen Helfern wurden Turm und Dach abgedichtet sowie Maurer-, Zimmerer- und Malerarbeiten erledigt.
Feierliche Neueröffnung wurde am 28. September 1986 groß gefeiert.


Er freut sich, „dass es jetzt endlich mal wieder so voran gehen kann, dass auch etwas zu sehen sein wird“, so Schäfer. In der Förderung durch diverse Instanzen sieht der Vereinschef „eine Würdigung unserer Arbeit zum Erhalt der Kirche“. Pro Jahr organisiert die Gruppe bis zu drei Veranstaltungen, um Einnahmen zu erzielen. Aktuell gehören dem Förderverein 31 Mitglieder an. „Davon bilden so an die zwölf Leute den harten Kern, der hauptsächlich aktiv ist“, erzählt Lothar Schäfer.

Bereits seit dem Jahr 2005 laufen die Bemühungen zum Erhalt des von 1907 bis 1908 errichteten Gebäudes, das nur noch selten für Gottesdienste genutzt worden war. Probleme bereiteten dabei anfangs die Besitzverhältnisse. Denn das Land, auf dem die Immobilie steht, gehört der Stadt Treuenbrietzen, während das Haus Eigentum der Kirche war. Mit Auslaufen des Schuldrechtsanpassungsgesetzes wurde auch die Immobilie der Stadt Treuenbrietzen zugesprochen.

Die Kirchengemeinde hatte eine Übernahme abgelehnt. Im Jahr 2010 gründete sich der Förderverein. Sein Ziel: Das Gotteshaus soll in Kooperation zwischen Verein, Kirchengemeinde und der Stadt Treuenbrietzen zum multifunktionalen Gemeindezentrum werden. Dort könnten Kulturveranstaltungen ebenso stattfinden wie Feste oder private wie kirchliche Feiern der rund 75 Bewohner des Dorfes.

In einem ersten größeren Bauabschnitt waren – ebenfalls für rund 70 000 Euro – bereits der einsturzgefährdeten Fachwerk-Turm und die Kirchentür saniert worden. „Wenn wir nächstes Jahr den zweiten großen Schritt gegangen sind, müssen wir uns später noch um die Kirchenbänke und den Innenanstrich kümmern“, sagt Fördervereinschef Lothar Schäfer gegenüber der MAZ.

Von Thomas Wachs

Märkische Allgemeine vom 08. August 2017

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