Hohenbruch

Orgel in der Dorfkirche ist 200 Jahre alt

Die Orgel in der Dorfkirche im Kremmener Ortsteil Hohenbruch ist 200 Jahre alt. Sie wurde 1817 erbaut und ist sogar älter als die Kirche selbst. 2016 ist sie gewartet worden und klingt nun auch wieder besser. Am kommenden Sonnabend findet ein Festkonzert zum 200. Jubiläum statt.

Im September 2016 gab der Organist Andreas Hetze ein Konzert an der Hohenbrucher Orgel.
Quelle: Ulrike Gawande
 
Die Orgel in der Dorfkirche.
Quelle: Robert Tiesler

Hohenbruch. Die Orgel in der Hohenbrucher Dorfkirche ist vor genau 200 Jahren erbaut worden. Das soll am Sonnabend, 5. August, mit einem Festkonzert gefeiert werden.

Erbaut wurde die Orgel im Jahr 1817 vom Instrumentenmacher und Bäckermeister Tobias Thurley aus Treuenbrietzen. „Das war ein Autodidakt“, erzählt Hohenbruchs Pfarrer Malte Koopmann. „Sein Vater war auch Orgelbauer, und von ihm hat er das gelernt. Eigentlich war Thurley ja Bäcker.“ Die Orgel in der Dorfkirche sei eine seiner früheren Werke. „Es ist die vierte, die er je erbaut hat.“

Das Gerät ist sogar älter als die Dorfkirche selbst. Damals stand die Orgel noch im alten, 1732 erbauten Kirchengebäude. Das stand da, wo sich jetzt der Hof befindet. Die jetzige Kirche wurde erst in den Jahren 1870 bis 1872 erbaut, dorthin wanderte dann auch die Orgel an ihren heutigen Platz. 1928 und 1970 ist sie überholt worden. Im vergangenen Jahr fanden dort Wartungsarbeiten statt.

Die Kirche in Hohenbruch.
Quelle: Robert Tiesler

Die Mitglieder der seit 1710 im Ort bestehenden evangelisch-reformierten Kirchengemeinde haben damals Geld gesammelt, damit die Arbeiten stattfinden konnten. „Alle mechanischen Teile mussten in die Hand genommen werden“, erzählt Malte Koopmann. „In 40 Jahren hatte sich sehr viel Dreck angesammelt.“ Jetzt sei alles wieder sauber. „Man kann die Orgel nun viel besser benutzen.“

Die Orgel steche zwar als Instrument nicht sehr heraus, „aber es ist ein sehr solides Instrument“, sagt der Pfarrer. Die Orgel klinge gut, recht weich und angenehm. Alle zwei Wochen, wenn in der evangelisch-reformierten Gemeinde ein Gottesdienst stattfindet, wird sie gespielt.

Am Sonnabend um 18 Uhr beginnt das Festkonzert. Christian Volkmann aus Bremen und Benjamin Bouffee aus Zehdenick spielen ein Programm mit Orgel, Flöte, Spinett und Gesang. Unter dem Motto „Besuch bei der Königin“ gibt es Stücke von Telemann und Händel. Die beiden Musiker gestalten, seit sie sich an der Dresdener Akademie für Kirchenmusik kennen lernten, immer wieder gemeinsame Konzerte. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Im Anschluss findet für alle Besucher ein Empfang rund um das Pfarrhaus statt.

Von Robert Tiesler

Märkische Allgemeine vom 03. August 2017

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