MAZ zu Hause in ... Krielow

Kleiner Hoffnungsschimmer für die Kirche

Der Förderkreis der Krielower Kirche tritt auf der Stelle. Vor über einem Jahr schlossen sich fünf engagierte Krielower zusammen, um dabei zu helfen, Spenden für die Sanierung des Gotteshauses im Dorf zu sammeln. Noch immer sind sie zu fünft. Hilfe kommt nun vom Feuerwehrverein, der beim Sommerfest am Sonnabend erstmals auch einen Trödelmarkt veranstaltet.

Am Kirchturm fällt der Putz ab – das Neueste an ihm ist die elektrische Funkuhr.
Quelle: Luise Fröhlich

Krielow. Der Putz am Turm bröckelt. Schon vor zehn Jahren begann der Verfall an der Kirche in Krielow. Mittlerweile frisst sich immer mehr Feuchtigkeit durch die verwitterte Sperrschicht der Kirchenmauer. Das Gotteshaus ist dringend sanierungsbedürftig, doch das Geld fehlt. Anfang vergangenen Jahres haben sich fünf engagierte Krielower zu einem Förderkreis zusammengeschlossen. Sie wollen dabei helfen, die Kirche mithilfe von Spenden wieder flott zu machen. Doch bis zur Radfahrerkirche, zu der sie sich bestenfalls einmal entwickeln soll, ist es noch ein sehr langer Weg, berichtet der Sprecher Ingo Zeithammer (68).

Einen Funken Hoffnung schenkte der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Krielow Ingo Zeithammer und seinen Mitstreitern vor ein paar Tagen. „Zum ersten Mal wird es am Sonnabend beim Sommerfest einen Trödelmarkt geben und die kompletten Einnahmen sollen der Kirche zugute kommen. Da war ich wirklich überrascht“, sagt Ingo Zeithammer. Für ein vielfältiges Angebot auf dem Markt haben die Krielower fleißig ausgemistet: Rund 300 Exponate kamen zusammen.

Planungsvorleistungen werden gefördert

Die erste Spendenveranstaltung organisierte der Förderkreis im Juni 2016. Marguerite Kollo, prominentes Mitglied der Gruppe, hat aus den Erinnerungen ihres Vaters Willi Kollo gelesen. Die Musik- und Bühnenverlegerin entstammt als Enkelin von Walter und Tochter von Willi Kollo der bekannten Berliner Operettendynastie und wohnt seit vier Jahren gleich gegenüber der Krielower Kirche. Zu dieser Lesung war das 300 Jahre alte Kleinod bis auf den letzten Platz gefüllt. Im Oktober, so kündigt Ingo Zeithammer an, veranstaltet der Förderkreis ein Chorkonzert – in der Hoffnung, dabei Unterstützer für die Sanierung zu finden. Denn das sei in einem so kleinen Dorf wie Krielow sehr schwierig. Einen Grund sehen Ingo Zeithammer und der Ortschronist Bernd Gebauer (67) darin, dass der Ort überaltert ist. „In den letzten Jahren gab es so viel Zuzug und vielleicht identifizieren sich die Zugezogenen noch nicht so mit dem Ort, wie die alteingesessenen Krielower“, vermuten sie. Der Hauptgrund sei dies aber nicht.

Wie der Förderkreis berichtet, hat die für die Sanierung zuständige Christophorus-Kirchengemeinde Groß Kreutz immerhin einen Förderbescheid für die Planungsvorleistungen erhalten. Wenn dann fest steht, wie viel Geld es kosten wird, könne man nur hoffen, dass genug zusammengekommen ist, so Ingo Zeithammer. Alle drei Wochen findet, abgesehen von der Sommerzeit, in der Kirche ein Gottesdienst statt. Seit 2015 werden an Weihnachten wieder Krippenspiele gehalten, die sehr beliebt sind.

Hohe Mitgliederzahl hilft dabei, Fördermittel zu kriegen

Der Ortsbeirat hat ein Konzept für die Nutzung der Kirche ausgearbeitet, nachdem sich der Förderkreis gegründet hatte. Das Gotteshaus soll als historisches Baudenkmal, als sakraler Raum, als Ort für „nicht kirchenentweihende“ Veranstaltungen und als Ziel touristischen Interesses erhalten werden. Punktuell ist die Kirche in den vergangenen Jahrzehnten immer mal wieder erneuert worden wie zum Beispiel Anfang der 90er-Jahre. Von 1962 bis 1964 wurde sie von Grund auf saniert, sagt Bernd Gebauer. Die Dachentwässerung ist mittlerweile ebenfalls in desolatem Zustand. Auf Unterstützung der Gemeinde hofft der Förderkreis nicht. Obwohl Groß Kreutz (Havel) viele Schulden getilgt hat, gebe es andere Baustellen, die Vorrang haben.

Noch immer besteht der Förderkreis aus fünf Mitgliedern. „Es ist immer besser, eine große Mitgliederzahl zu haben, vor allem denen gegenüber, die die Fördermittel ausgeben. Aber es muss schon eine Freiwilligkeit da sein. Solche Impulse wie die der Feuerwehr sind schon sehr förderlich“, sagt Ingo Zeithammer.

Von Luise Fröhlich

Märkische Allgemeine vom 03. August 2017

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