Priort

Sanierung der Kirche ist fast abgeschlossen

Die Sanierung der Kirche in Priort (Havelland) ist fast abgeschlossen. Das Dach wurde neu gedeckt, das Fachwerk repariert, eine behindertengerechte Toilette eingebaut. Nun soll noch die innere Holzdecke auf alte Malereien untersucht werden, bevor die Arbeiten am Turm beginnen können.

Die Priorter Kirche hat ein neues Dach, einen Anbau und eine reparierte Fassade.
Quelle: Tanja M. Marotzke

Priort. Sie ist schon rein äußerlich ein Schmuckstück. Die weiße Farbe der Fassade der Mitte des 18. Jahrhunderts erbauten Kirche leuchtet, das Fachwerk zeigt sich nach erfolgter Reparatur wieder von seiner besten Seite. Das neu gedeckte Dach lässt kein Regenwasser mehr durch. Und nun hat die Kirche auch noch eine große, behindertengerechte Toilette in dem kleinen Anbau bekommen.

Jeder, der auf den Friedhof am Ende der Priorter Dorfstraße geht, kann sich über diesen Anblick freuen. Auch die Besucher der vielen Veranstaltungen in dem Gotteshaus würden begeistert sein, sagt Manuela Vollbrecht. Sie gehört der Kirchengemeinde an, hat sich wie der 2011 gegründete Förderverein, für den Erhalt und die Sanierung der Kirche eingesetzt und kann nun stolz auf das Ergebnis blicken.

Dabei stand die inzwischen wieder denkmalgeschützte Kirche zu DDR-Zeiten kurz vor dem Abriss. „Sie wurde 1980 wegen akuter Einsturzgefahr von der Denkmalliste gestrichen und für nicht mehr für sanierungsfähig gehalten“, erinnert sich Vollbrecht. Und sie weiß, wem es die Priorter zu verdanken haben, dass sie heute über solch ein schönes Gotteshaus verfügen können. „Der ehemalige Pfarrer Hans Kiertscher hatte die im Westen Deutschlands lebende Tochter des letzten Priorter Gutsbesitzers Veronika Keller, geborene von Monteton, kontaktiert. Sie war sofort bereit, sich finanziell zu engagieren.“

Mit Erfolg, denn 1985 hat man die Kirche wieder in die Denkmalschutzliste aufgenommen, in der sie seit 1911 verzeichnet war. Noch bis zu ihrem Tod in diesem Jahr habe Veronika Keller die Kirchengemeinde Priort mit Spenden unterstützt, die sich stets für die Kirche einsetzte. „Nur so konnten wir die nötigen Eigenanteile aufbringen“, weiß Vollbrecht.

Aber auch die politische Gemeinde Wustermark gab 2013 Geld für die Sanierung des Dachstuhls und andere Projekte. „Für diese Unterstützung sind wir sehr dankbar, weil sie beispielgebend und nicht selbstverständlich ist“, sagt Manuela Vollbrecht.

Nachdem der Erweiterungsbau mit dem WC am Windfang an der Westseite realisiert war, erfolgte dem die Umstellung der alten Heizungsanlage auf Erdgas. In der Kirche werden im Winter nun Temperaturen von Plusgraden erreicht. Der Landkreis, die Sparkasse und Karls Erlebnis-Dorf haben sich unter anderem an den Kosten beteiligt. „Wir sind froh, weil nicht jede Kirche eine Toilette hat. Denn gerade bei den Konzerten und Lesungen ist das für die Besucher eine Beruhigung“, weiß Vollbrecht und ergänzt: „Dann müssen sie nicht gegenüber beim Ortsvorsteher aufs Klo gehen, wie früher.“

Dass die Fassade wieder in Ordnung ist, dafür hat die Kirchengemeinde gesorgt. Hinzu kamen Reparaturen am Fachwerk, weil dort Monate lang ein Buntspecht sein Unwesen getrieben hatte.

Das nächste Projekt in der Kirche steht schon auf der Tagesordnung des 16-köpfigen Fördervereins und der 150 Mitglieder zählenden Kirchengemeinde: die Turmsanierung. „Und wir vermuten, dass sich unter der weißen Holzdecke noch alte Malereien befinden, die man zu DDR-Zeiten überstrichen hat“, erklärt Karina Sasse vom Vorstand. Deshalb sei man immer noch auf der Suche nach Fotos oder Dokumenten, die dazu etwas aussagen.

Von Jens Wegener

Märkische Allgemeine vom 02. August 2017

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