Rettung für die mittelalterliche Katharinenkirche in Finsterwalde

FINSTERWALDE Der Hausschwamm hat der Kirche in Finsterwalde Nehesdorf in der Vergangenheit zugesetzt und gedroht, das Dachgebälk und das angrenzende Mauerwerk schwer zu schädigen. Jetzt wird gehandelt, teilt der Kirchenkreis Niederlausitz mit.

Karl-Heinz Schmurdy von der Baugeschäft Luckau GmbH erneuert das Mauerwerk an der mittelalterlichen St. Katharinenkirche in Finsterwalde Nehesdorf. Hier und im Gebälk hatte der Hausschwamm erhebliche Schäden verursacht.
Foto: Franziska Dorn

Karl-Heinz Schmurdy arbeitet derzeit in luftiger Höhe an der St. Katharinenkirche in Finsterwalde. Die Aufgabe des Handwerkers und seiner Kollegen von der Baugeschäft GmbH in Luckau ist es, Schäden zu beheben, die ein Pilzbefall verursacht hat. Viele Tausend Pilz arten können sich in Holzbauwerken einnisten. Ein schlimmer Feind unter ihnen ist der "Echte Hausschwamm", der auch vor Stein nicht haltmacht. So hat sich der Pilz nicht nur bis zu 1,50 Meter weit in das Gebälk des Dachstuhls gefressen, sondern auch das angrenzende Mauerwerk geschädigt. "Rund um Kirchenschiff und Chor mussten wir das Gesims abtragen und erneuern. Dabei kommen auch die ursprünglichen Feldsteine wieder zum Einsatz", berichtet Karl-Heinz Schmurdy.

2014 haben die Verantwortlichen in der Kirchengemeinde ein Sanierungskonzept in Auftrag gegeben. "Die Schäden waren vor allem im südlichen Bereich des Dachstuhls größer, als zuvor eingeschätzt werden konnte", sagte Christian-Matthias Rosenow, der Sachverständige für Baufragen beim Kirchenkreis Niederlausitz. Es sei höchste Eisenbahn gewesen. Neben dem Dachgebälk, das von der Firma Oehnaland GmbH erneuert wird, gehört die Dacheindeckung zur Gesamtmaßnahme. Hier sollen denkmalgerechte Biberschwänze zum Einsatz kommen, wie Rosenow weiter informiert.

Die Sanierung von Dach und Mauerwerk gehört zum ersten etwa 165 000 Euro umfassenden Bauabschnitt, der Ende des Jahres beendet sein soll. Im zweiten Bauabschnitt ist der Turm an der Reihe. Auch dort hat der Hausschwamm am Gebälk erheblichen Schaden hinterlassen. Die Pläne sehen vor, Sparren, Dach und äußeres Fachwerk zu erneuern. Hierfür sind weitere 87 000 Euro eingeplant. Finanziert wird die Außensanierung des etwa 800 Jahre alten Gotteshauses von der Kirchengemeinde St. Katharinen in Nehesdorf sowie mit Fördermitteln des Landes Brandenburg, des Kirchenkreises Niederlausitz und der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler im Land Brandenburg.

Franziska Dorn

Lausitzer Rundschau vom 29. Juli 2017

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