Kirchendach in Lauta wird saniert

LAUTA-DORF Sanierung der Holzkonstruktion ist in vollem Gange. Dafür sammelt die Kirchgemeinde weiter Geld. Beim nächsten Benefizkonzert wollen auch die Jagdhornbläser helfen.

Es wird gesägt und gehobelt, altes marodes Holz ausgebaut und Neues wieder montiert: Die Dachsanierung der Laurentiuskirche in Lauta-Dorf (Dorfkirche des Monats Februar 2017) ist in vollem Gange. Sicht- und hörbar für alle, die daran vorbei kommen. Einen besonderen Hörgenuss wird es auch am Sonntag, den 30. Juli, geben. Dann wollen die Alphorn- und Jagdhornbläser mit einem Konzert weiteres Geld für die Dachsanierung sammeln.

Seit dem Baubeginn am 7. Juni hat sich das Bild in und um die Kirche wesentlich gewandelt. Umhüllt von einem Gerüst im Inneren und Äußeren sind die wesentlichen Schmuckstücke der Kirche wie Altar, Orgel und Empore gut geschützt mit Spanplatten verkleidet. Es fliegt jede Menge Staub durch das Kirchenschiff, das momentan mit viel mehr Licht durchflutet wird, da links und rechts ein Teil der Dachverkleidung rückgebaut und abgeplant wurde, um besser an die Holzbalken zu gelangen. Derzeit arbeitet die Zimmerei Jorsch aus Kotten in fünf Metern Höhe punktuell an den insgesamt 34 Fußpunkten der verschiedenen Holzbalken, -sparren und -streben. "Mit dem Sachverständigen für konstruktiven Holzbau, Wolfgang Schönbroth-Rühl, wird entschieden, wie viel von dem alten Holz weggenommen und durch neues Holz ersetzt wird. "Als Grundlage gilt die Devise, so viel wie möglich erhalten, da es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude handelt und die Dachkonstruktion weit über 350 Jahre alt ist", erklärt Kerstin Berthold vom Ingenieurbüro Berthold Bau, die als Bauleiterin agiert.

In einem Holzbalken ist die Inschrift mit der Jahreszahl 1652 zu erkennen. Aus diesem Jahr stammt die hölzerne Dachkonstruktion. Für die alten Balken wurde damals Fichte verwendet. "Durch die Jahrhunderte musste sich dieses Gehölz durch viele Undichtheiten schlagen und so ist der Dachstuhl immer wieder mal partiell verstärkt worden. Es gibt viele Punkte im Bereich der Traufe, die morsch, verfault und zerfallen sind. Durch die Feuchtigkeit konnten sich Schädlinge im Gehölz ansiedeln, die ihren Teil zum Zerfall der Substanz des Holzes beitrugen", erklärt Berthold die Ursachen für das marode Dach. Die Folge: Die Balken müssen nun partiell von ihren nicht mehr tragfähigen Bereichen getrennt und durch neues Holz ausgetauscht werden.

Die Arbeiten sind zwar aufwendig, aber die Zimmerei meistert die Aufgabe bisher mit Bravour. Wie die alten, maroden Holzbalken derzeit ausschauen, zeigt Pfarrer Norbert Krüger, der Teile der maroden Balken im benachbarten Pfarrhausgarten kurzzeitig lagert, um sie auch den Gemeindemitgliedern und der Bevölkerung zum Anschauen zugänglich zu machen.

"Die wöchentlichen Gottesdienste finden derzeit im benachbarten Gemeindehaus statt, da die Kirche wegen der Sanierungsarbeiten gesperrt ist", erklärt Krüger und fügt hinzu: "Das wird zwar manchmal eng, aber es geht."

Der Pfarrer und der Gemeindekirchenrat als Bauherr hoffen, dass die Kirche zum Weihnachtsgottesdienst wieder genutzt werden kann. "Wir liegen gut im Zeitplan. Doch werden die Zimmererarbeiten wahrscheinlich noch zwei bis drei Monate in Anspruch nehmen, denn niemand weiß, welche Überraschungen noch auf uns warten. Der Weihnachtsgottesdienst sollte für uns alle ein realistisches Ziel sein, wobei wir jedoch bemüht sind, die Maßnahme eher zu beenden", meint Kerstin Berthold.

Die Realisierung der Maßnahme war nur durch die Bezuschussung mit dem Leader-Programm, einer EU-Förderrichtlinie für den ländlichen Raum, möglich, worüber sich die Gemeinde riesig gefreut hat. Der dafür notwendige Eigenanteil beträgt 40 000 Euro, was für eine kleine Kirchengemeinde wie in Lauta-Dorf mit gerade einmal 122 Mitgliedern eine riesige Summe darstellt, für die weiterhin fleißig gesammelt wird.

Als Nächstes wird am Sonntag, den 30. Juli, ein Benefizkonzert der besonderen Art stattfinden. Um 10 Uhr wird unter der großen Eiche am Pfarrhaus stimmungsvolle Livemusik der Alphornbläser "Lausitzer Hangfichten" und der Geierswalder Jagdhornbläser erklingen. Dazu gibt es Wildschwein vom Grill aus heimischer Jagd. Der Erlös soll der Sanierung des Kirchendaches der Laurentiuskirche zugute kommen.

Anja Guhlan / ang1

Lausitzer Rundschau vom 22. Juli 2017

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