Kremmen

Orgel muss renoviert werden

Die Orgel in der Kremmener Nikolaikirche wurde 1961 gebaut und seitdem noch nie gereinigt. Das ist nun überfällig. Kostenpunkt 12 000 Euro. Geld, das die Gemeinde nicht hat. Darum wird nun um Spenden gebeten.

Sabine Dill spielt die renovierungsbedürftige Orgel der Nikolaikirche Kremmen.
Quelle: Foto:Ulrike Gawande

Kremmen. „Unsere Orgel in der Kremmener Nikolaikirche hat genauso viele Pfeifen, wie wir Gemeindemitglieder haben“, lacht Kantor Matthias Dill. Es sind genau 1102. Gebaut wurde die Orgel 1961 von der Firma Schuke aus Potsdam. Das vorherige Orgelpositiv, eine romantische Orgel von 1850, war 1917 beim Brand und dann Einsturz des Kirchturms zerstört worden.

Eine solch filigrane Schönheit ist die heutige, weiß gestrichene Orgel vielleicht nicht. „Aber sie ist ein solides Instrument und Zeichen des damaligen Zeitgeschmacks“, erklärt Dill. Vor allem aber ist sie unverzichtbarer Bestandteil des Gemeindelebens. In jedem Gottesdienst erklingt das Instrument mit seinen zwei Manualen und 15 Registern, wenn Kirchenmusikerin Sabine Dill die Gemeinde bei ihrem Gesang begleitet. Doch mischen sich zur Zeit immer mehr unsaubere Töne in das Orgelspiel, da die Stimmung des Instruments nicht mehr hält.

„Die Orgel ist ein sensibles Instrument und müsste alle zehn bis fünfzehn Jahre gereinigt werden, weil Staub und tote Insekten das Instrument verschmutzen“, erklärt Sabine Dill. Doch die Orgel wurde seit dem Einbau vor über 55 Jahren noch nie grundgereinigt, erklärt Dill. Denn dazu muss die Königin der Instrumente komplett auseinandergenommen werden. Diese Renovierung, zu der neben der Reinigung auch kleine Reparaturaufgaben und das Auswechseln von Verschleißteilen gehören, soll nun durchgeführt werden. Kostenpunkt rund 12 000 Euro.

Geld, das die Gemeinde nicht hat. Deshalb sollen nun Spenden gesammelt werden. Ein Viertel der Summe ist bereits zusammengekommen. „Es gibt rührige Einzelspender, die sogar bei Geburtstagsfeiern für die Orgel Geld gesammelt haben“, ist Sabine Dill für die große Unterstützung dankbar. Zusätzlich hofft man auf die Hilfe der Stadt – so hatte Kremmens Ex-Bürgermeister Sasse mündlich schon eine größere Summe zugesagt – und Fördergelder von der Sparkasse.

Bevor jedoch mit der Orgelrenovierung begonnen werden kann, sollen zuvor an den Seitenschiffen innerhalb der Kirche zwei Türen eingebaut werden. Das Projekt des ersten Bürgerhaushalts, muss nur noch von der Unteren Denkmalschutzbehörde genehmigt werden.

Von Ulrike Gawande

Märkische Allgemeine vom 03. Juli 2017

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