Schönermark

Kirchensanierung auf der Zielgeraden

Was lange währt wird gut: Die Sanierung der Kirche in Schönermark geht auf die Zielgerade. Beim letzten Bauabschnitt wird nun am Turm des Gotteshaus gearbeitet. Vor 20 Jahren begann die schrittweise Sanierung des Gebäudes.

Die Kirchturmbaustelle ist weithin sichtbar eingerüstet. Hell leuchten inzwischen die frischen Fugen an der Ostseite des Turmes.
Quelle: André Reichel
 
Pfarrer Henning Utpatel im Kirchturm.
Quelle: André Reichel
 
Einige, irgendwann einmal zugemauerte alte unförmige Öffnungen im Kirchturm wurden mittlerweile wieder freigelegt.
Quelle: André Reichel

Schönermark. Seit Kurzem ist die Ansicht des altehrwürdigen Gotteshauses von Schönermark wieder von Baugerüsten geprägt. Wurden im vorigen Jahr das Dach und das Innere des Kirchenschiffes erneuert, steht nun in einem zweiten Bauabschnitt der Turm des Gotteshauses im Fokus der Restauratoren und Handwerker mehrerer Gewerke. „Viel ist in den zurückliegenden 20 Jahren schrittweise an der Kirche gearbeitet worden“, berichtet der für Schönermark zuständige Pfarrer Henning Utpatel. Wurden in früheren Jahren schon die nördliche, südliche und westliche Fassadenseite und das Dach des Turmes saniert, kam nun die noch fehlende Seite an die Reihe. „Die Ostfassade des Turmes hatte bereits große Risse und es wurde höchste Zeit, dass dort was gemacht wird“, sagt der Pfarrer Henning Utpatel. Von den Rissen im Mauerwerk des Turmes ist inzwischen nichts mehr zu sehen, denn die Maurer waren fleißig und haben schon sämtliche Risse und Spalten zwischen den Feldsteinen neu verfugt.

Eine ganze Menge ist auch im Inneren des über 600 Jahre alten Feldsteinturmes geschehen. Gleich im Eingangsbereich hat die Restauratorin Marlies Genßler zu beiden ­Seiten der Eingangstür Fragmente eines Rankenornamentes freigelegt. „Dies stammt genauso wie ein ebenfalls neu entdeckter Schriftzug über der Tür zum Kirchenschiff wahrscheinlich aus dem 18. Jahrhundert“, meint der Pfarrer.

Erstaunliches und Kurioses kam auch auf fast allen höher gelegenen Ebenen des Turmes zu Tage. So legten die Bauarbeiter in der Etage, in der die beiden gusseisernen Kirchenglocken hängen, über den schmalen spitzbogigen Fenstern alte unförmig gemauerte Öffnungen frei. „Die bleiben auch so, wie sie jetzt sind, werden allerdings mit einem Drahtgeflecht gesichert, damit sich kein Vogel im Turm verirrt“, sagt Henning Utpatel.

Derzeit kann man aus den Fenstern einen ungehinderten Blick in die Ferne schweifen lassen. Die alten Schall-Luken sind alle ausgebaut und zur Aufarbeitung in eine Spezialtischlerei gebracht worden. Um überhaupt bis in diese hochgelegenen Etagen gelangen zu können, mussten zuvor zwei marode, ziemlich steile Holztreppen und die nicht mehr tragfähigen Etagendecken neu gebaut werden. Doch bis ganz nach oben zum Dachreiter kamen die Arbeiter und Restauratoren trotzdem nicht, weil keine Treppe oder Leiter bis dahin führt. „Dafür wurde eigens ein Baugerüst in den Turm eingebaut“, berichtet Pfarrer Utpatel.

Ein ganzes Stück Arbeit liegt noch vor den Handwerkern. Die Turmelektrik und die Uhr werden erneuert und fehlende Balken im Turm eingebaut. Wenn alles klappt, sollen die Arbeiten im Herbst beendet und die Kirche dann komplett saniert sein.

Von André Reichel

Märkische Allgemeine vom 29. Juni 2017

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