Königs Wusterhausen

Neuer Glockenklang

Bald ist es soweit. Die St.-Elisabeth-Kirche bekommt drei neue Glocken. Diesmal sind die endlich aus Bronze. Das konnte sich die katholische Gemeinde bei der Eröffnung der Kirche vor 80 Jahren nicht leisten. Der Austausch erfolgt durch ein Loch im Dach. Für die Gemeinde ist es ein Jahrhundertprojekt.

Das Gerüst zwischen den Kirchtürmen steht. Bauarbeiter öffnen nächste Woche das Dach für den Austausch der Glocken.
Quelle: Frank Pawlowski
 
Die alte Michael-Glocke.
Quelle: Norbert Seyer
 
Die beiden kleineren Glocken Bonifatius und Paulus. Ihre Nachfolger werden nicht mehr übereinander hängen, das ist nicht mehr erlaubt. Die kleinen Glocken werden künftig links und rechts von der großen Glocke hängen.
Quelle: Norbert Seyer
 
Hier werden die drei alten Glocken aufgestellt.
Quelle: Frank Pawlowski

Königs Wusterhausen. Das Baugerüst zwischen den beiden Türmen der St.-Elisabeth-Kirche in Königs Wusterhausen steht schon seit ein paar Tagen. Anfang kommender Woche beginnt die Operation in Form eines Eingriffs durch das Dach, in deren Verlauf die alten Glocken hinaus gehievt und die neuen eingesetzt werden. Man wird den Unterschied hören, ist Norbert Seyer vom Kirchenvorstand sicher: „Ihr Klang wird voluminöser und tiefer sein.“

Abschluss der umfassenden Bauarbeiten

In vielerlei Hinsicht ist das Vorhaben für die katholische Gemeinde ein besonderes. Die Glockenerneuerung bildet den Abschluss der umfassenden Bauarbeiten, die mit der Sanierung und Renovierung des Gotteshauses selbst vor einigen Jahren begannen und mit der Generalsanierung des Pfarrhauses gegenüber vor zwei Jahren fast vollendet wurden. „Das soll nun das letzte größere Bauvorhaben sein“, sagt Norbert Seyer.

Neue Glocken sind für Generationen gemacht

In einer Gießerei in Hessen werden die neuen Glocken hergestellt. Gemeindemitglieder aus Königs Wusterhausen schauten sich das an. Die Glocken sind inzwischen fertig, machen sich bald auf den Weg ins Dahmeland.
Quelle: Norbert Schmidt

Gleichzeitig sind die Bronzeglocken ein Jahrhundertprojekt, wie er es nennt. „Unter normalen Umständen gehen sie nicht kaputt, sie sind für die kommenden Generationen gemacht.“ Die alten Glocken haben seit der Eröffnung der Kirche im Jahr 1937 ihren Dienst getan. Weil damals der Gemeinde das nötige Geld fehlte, ließ man sie aus Stahl fertigen. Experten rieten auch aus Sicherheitsgründen zum Austausch, mit 80 Jahren sei die Lebensdauer der Stahlglocken abgelaufen.

Alte Glocken bekommen Ehrenplatz

Das bevorstehende Kirchweihjubiläum, das am 6. August gefeiert wird, nimmt die Gemeinde nun zum Anlass, die neuen Bronzeglocken einzuweihen. Der Abschied von den alten ist ein emotionaler, gibt Norbert Seyer zu. „Sie haben für uns eine liturgische Bedeutung.“ Deshalb ist er froh, dass sie nicht verschwinden. Das wäre ohnehin nicht möglich, weil sie unter Denkmalschutz stehen. Sie bekommen einen Ehrenplatz vor der Kirche, werden dort aufgestellt.

Feierliche Messe mit dem Erzbischof

Die drei Nachfolger, in Hessen gegossen, treffen in der kommenden Woche ein. Die Bestenseer Zimmerei André Stenglein hat die neuen Glockenstühle aus Eiche gefertigt. Die große Glocke, gut eine Tonne schwer und 1,25 Meter groß, wird wieder Michael heißen. Die beiden kleineren wurden nach dem Priester Bernhard Lichtenberg (1875-1943), der den Grundstein für die Kirche legte, benannt und nach der Heiligen Hedwig. Erzbischof Heiner Koch weiht die Glocken am 2. Juli im Rahmen einer feierlichen Messe in Königs Wusterhausen.

Bauvorhaben kostet 100 000 Euro

Für den Aus- und Einbau wurde ein schonender Eingriff gewählt. Zwischen den Türmen wird das Dach geöffnet, durch das am 4. Juli mit einem Kran die alten Glocken entfernt und am 10. Juli die neuen eingesetzt werden. 100 000 Euro kostetet die Glockenerneuerung. Die Stadt Königs Wusterhausen stellte 25 000 Euro bereit, aus einem Fonds der Mittelbrandenburgischen Sparkasse kamen 15 000Euro, das Bistum Berlin beteiligte sich mit 49 000 Euro. „Den Rest der Summe bringen Gemeindemitglieder und Mitbürger auf“, so Norbert Seyer. Dazu soll auch der Verkauf von kleinen Messingglöckchen mit der Aufschrift „St Elisabeth 2017“ ab 2. Juli beitragen. Sie kosten 40 Euro, davon gehen 20 Euro in den Spendentopf für die neuen Glocken.

Von Frank Pawlowski

Märkische Allgemeine vom 24. Juni 2017

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