Kerstin Unger

Großprojekt Kirchensanierung

Schönfeld (MOZ) Die Kirche in Schönfeld ist stark sanierungsbedürftig. 2018 sollen Bauarbeiten beginnen. Über den Planungsstand informierten sich am Dienstag Landrat Dietmar Schulze, der SPD-Bundestagsabgeordnete Stefan Zierke und weitere Gäste.

Zu Besuch in Schönfeld: Der Bundestagsabgeordnete Stefan Zierke (l.) und Landrat Dietmar Schulze (M.) informierten sich am Dienstag über den Stand der Planung für die Kirchensanierung. Eine große Summe soll hier verbaut werden.
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Schönfelds Wahrzeichen: Die Kirche stammt aus dem 13. Jahrhundert.
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Viel Gutes ist der Schönfelder Kirche in der Vergangenheit nicht widerfahren. Nach einem Brand im Jahr 1878 wurde sie erneuert. 2010 wurde ein neuer Glockenturm für drei Glocken eingebaut. Doch das Gotteshaus ist stark vom Schwamm befallen und insgesamt instandsetzungsbedürftig. Das Projekt, dass immerhin rund 600 000 Euro kosten wird, soll in den nächsten zwei Jahren in Angriff genommen werden. Die Kirchengemeinde erhält dabei nicht nur die bestmögliche Unterstützung vom Pommerschen Evangelischen Kirchenkreis und dessen Bauverwaltung, sondern auch von zahlreichen Stiftungen, Behörden und Spendern.

Jan Eggemann und Juliane Becker vom Gemeindekirchenrat sowie Pastorin Almut Schimkat freuten sich deshalb sehr über den Besuch des Landrates und Dietmar Schulz, des SPD-Bundestagsabgeordneten Stefan Zierke sowie des CDU-Fraktionsvorsitzenden des Kreistages Wolfgang Banditt, der zugleich der Synode im Kirchenkreis Pommern angehört. "Die Schönfelder fragen schon, wann es losgeht", berichtete Almut Schimkat. Was im Hintergrund bereits bewegt wurde, ist allerdings nach außen noch nicht sichtbar.

Anett Burckhardt von der Bauverwaltung des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises stellt die Finanzplanung vor. Ein großer Teil des benötigten Geldes kommt aus verschiedenen Fördertöpfen und ist bereits zugesichert. Daran hätten Bundes- und Landtagsabgeordnete der Uckermark keinen unerheblichen Anteil, war zu erfahren. So kommen 250 000 Euro aus dem Denkmalschutz-Sonderprogramm des Bundes. Auch die Stiftung KiBa der evangelischen Kirche Deutschlands, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, der Kirchenkreis und der Landkreis haben Geld zugesagt. 10 000 Euro kommen aus Lottomitteln des Agrarministeriums. Auch die Firma Enertrag und verschiedene private Stiftungen helfen bei der Finanzierung. Einige Anträge sind noch nicht endgültig entschieden. Ob die Planer sicher sind, mit 600 000 Euro hinzukommen, wollte der Landrat wissen. "Die Summe basiert auf Kostenberechnungen", erklärte Kathrin Kühnel vom zuständigen Planungsbüro. "Wir haben Puffer aus Erfahrungswerten eingebaut."

Im nächsten Frühjahr soll die Finanzierung stehen. Bis dahin werden schon einmal die Ausschreibungsunterlagen vorbereitet. 2018 und 2019 soll gebaut werden. Geplant ist die gesamte Sanierung des Kirchenschiffes und des Turms. Das Dach ist undicht und damit das Tragwerk in Gefahr. Auch das Altarbild soll restauriert werden.

Wolfgang Banditt zeigte sich sehr zufrieden mit dem Fortgang der Planung, wofür er Anett Burckhardt und den vielen anderen Beteiligten dankte. Der Landrat schloss sich dem an.

Die Kirchengemeinde ist sehr aktiv, berichtete Jan Eggemann vom Gemeindekirchenrat. "Als wir gehört haben, was wir für die Sanierung brauchen, haben wir uns gefragt, woher das Geld kommen soll", erzählte er. "Vielen Dank, dass wir so gute Unterstützung bekommen. Ich hoffe, dass wir es zu einer schönen Kirche bringen, um unseren Glauben auszuüben. Die Kirche in Schönfeld war immer da."

Sie soll auch weiter im Dorf bleiben, sagte Stefan Zierke. Sie sei auch mehr als ein Gotteshaus und Stätte der Veranstaltung. "Es ist schön, von weitem den Kirchturm zu sehen, wenn man nach Hause kommt", sagte er. Das Projekt sei auch ein Stück Eigeninteresse, meinte Almut Schimkat. "In einer sanierten Kirche hat man eine ganz andere Atmosphäre", so die Pfarrerin, die insgesamt sieben Kirchen betreut.

Während der Bauzeit müssen die Besucher des Gottesdienstes sicherlich auch mal ins benachbarte Gemeindezentrum ausweichen, das man bereits jetzt mit den weltlichen Schönfeldern nutzt, zum Beispiel für Gottesdienste im Winter. Zur Kirche kommt man ab dem nächsten Jahr dann auch über eine glatte Straße. Deren Sanierung soll noch in den nächsten Wochen starten.

Märkische Onlinezeitung vom 07. Juni 2017

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