Kantow

Unterstützer an der Dorfkirche

Der Verein „Offene Kirche Kantow“ feierte am Himmelfahrtstag die bisherigen Erfolge und besprach weitere Vorhaben. Seit seiner Gründung 2006 nutzt er den Feiertag, um für die Dorfkirche zu werben, die zum Gemeindezentrum für alle werden soll.

Mit Genuss einen Beitrag leisten, das ist jedes Jahr das Motto der Herrentagsveranstaltung an der Kantower Fachwerkkirche.Quelle: Alexander Beckmann
 
Äußerlich und zu großen Teilen auch im Inneren steht die Dorfkirche inzwischen schon richtig gut da. Trotzdem bleibt noch manches zu tun.
Quelle: Alexander Beckmann

Kantow. Herrentag, Vatertag, Männertag oder eben Himmelfahrt – für den Verein „Offene Kirche Kantow“ ist er seit der Gründung 2006 die Gelegenheit, sich mit Gästen am Baudenkmal in der Mitte des Dorfes zu versammeln. Nach einem Gottesdienst saßen am Donnerstag wieder bis zu 50 Menschen im und rund um das Fachwerkgebäude beisammen, redeten, genossen Leckerbissen vom Grill und aus der Backröhre und planten. Denn im Mittelpunkt stand wie immer die Fachwerkkirche selbst. „Seit 2009 bauen wir und sind immer noch am Bauen“, sagte Vereinsvorsitzende Hannedore Reichert.

Die Kleinigkeiten machen noch genug Arbeit

Die großen Arbeiten am Gebäude sind längst abgeschlossen. Die Balken faulen nicht mehr, das Dach ist dicht, der Innenraum hergerichtet, die einst schon etwas windschiefe Konstruktion stabilisiert. Seit kurzem stehen eine Toilette und eine kleine Teeküche zur Verfügung.

Besonders stolz ist Hannedore Reichert auf die Kanzel von 1705. „Die war total kaputt und lag vernachlässigt auf der Empore. Der Fuß sollte schon als Feuerholz dienen.“ Doch inzwischen steht das Teil wieder an seinem Platz – ebenso wie das Taufbecken von 1700 oder das Harmonium aus dem 19. Jahrhundert.

Trotzdem hebt sich der Kirchenraum von anderen Dorfkirchen ab: Bänke fehlen beispielsweise ganz. Das gehört durchaus zum Konzept der Kantower. „Wir wollen das Haus nicht nur für kirchliche Zwecke, sondern auch für öffentliche nutzen“, erklärt die Vereinsvorsitzende. „Nur für Gottesdienste würde sich das ja gar nicht lohnen.“

Unterstützung aus dem Ort und von den Nachbarn

Denn der Aufwand war gewaltig. Der Verein allein sammelte rund 50 000 Euro an Spenden. Weiteres Geld kam von der Kirche, von Stiftungen und aus Fördertöpfen. Die Kantower leisteten unzählige Arbeitsstunden. „Wir sind nur elf im Verein, aber wenn wir einen Einsatz haben, dann sind wir 20 und noch mehr“, sagt Hannedore Reichert und lobt die Kooperation mit dem örtlichen Heimatverein. Auch aus dem benachbarten Lögow komme sehr viel Unterstützung. Die wünscht sich die Kantowerin ebenso aus Wusterhausen: „Die Gemeinde will sich in keiner Weise beteiligen“, beklagt sie. Zu tun gäbe es genug: So fehlt noch eine Heizung.

Die wäre sicherlich wichtig, wenn die Kantower ihre Kirche wie geplant ganzjährig als Veranstaltungs- und Gemeindezentrum nutzen wollen. Ein Termin steht schon fest: die Bundestagswahl im Herbst. „Es gibt hier ja keine Gaststätte mehr“, sagt Hannedore Reichert.

Details unter www.loegow.homepage.t-online.de

Von Alexander Beckmann

Märkische Allgemeine vom 25. Mai 2017

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