Die Sanierung startet am Turm

BLOISCHDORF Die Sanierung der Bloischdorfer Dorfkirche kann am 29. Mai beginnen.

Ministerin Martina Münch überreicht Rudolf Schulze und Pfarrer Daniel Laske einen Zuwendungsbescheid über 35 000 Euro.
Foto: Annet Igel-Allzeit

Martina Münch (SPD), Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Brandenburg, konnte dem Kirchenvorstand Rudolf Schulze und Pfarrer Daniel Laske gestern einen Zuwendungsbescheid über 35 000 Euro überreichen. Die Architektin Marie-Luise Obst führte sie durch und rund um mittelalterliche katholische Kirche. Die Ministerin, die zum ersten Mal überhaupt Bloischdorf besuchte, war beeindruckt vom Kleinod. Sie ließ sich erklären, warum die Idylle bröckelt, wo das Regenwasser den Dachstuhl schädigt, wo das Gebälk des hölzernen Kirchturms auszubessern ist und wie der Zugang zum Dachboden, der jetzt nur über eine alte Holzleiter erreicht wird, einfacher werden könnte. Die Sanierung wird ein kleines Abenteuer, gesteht die Spremberger Architektin. Derzeit laufen noch Erdarbeiten, die den Boden rund um die Kirche stabil genug für das Baugerüst machen sollen. Geklärt ist mit der Denkmalbehörde inzwischen, dass wenigstens der Turm eine Regenrinne bekommen darf. Dass sie eine Drainage am Fuße der Kirche verhindern kann, hofft Maria-Luise Obst noch. Ihr ist eine gepflasterte Rinne lieber, über die das Wasser von der Kirche weg kontrolliert in einen Graben fließt.

Nikolaus Trzewik, Pfarrer im Ruhestand, übernahm es, der Ministerin mehrere Anekdoten zum Inneren der Kirche zu erzählen. Der 81-Jährige war von 1983 bis etwa 2000 der mit für Bloischdorf zuständige Pfarrer. Eine spannende Zeit, wie er seufzend anmerkt. Er hat noch beim Rat des Kreises in Spremberg um Ziegel und Mauersteine für die Ausbesserung der Kirche gebettelt, zugleich aber mehrere wunderbare Maurer erlebt. "Der, der diesen Altartisch für uns gemauert hat, dessen Enkel ist heute Pfarrer in Cottbus", erzählte Trzewik. Und die Decke auf dem Altartisch, die genau auf die Fläche passt und mit dem Gold und Weiß am Altar harmoniert? "Diese Decke hat eine Frau geschaffen, eine Russlanddeutsche, die nach der Wende zu uns kam."

Mehrere Figuren, der Altar mit dem Bild, das Joseph mit dem kleinen Jesus zeigt, und dem kleinen Abendmahl-Relief auf dem Sockel sollen vom Augustinerorden in Zagan (Sagan) stammen. Nach dem Westfälischen Frieden gehörte Bloischdorf zum Fürstentum Sagan. Wie der ursprüngliche Altar aussah, kann man sich heute in der Grausteiner Kirche anschauen eine evangelische Kirche mit einem katholischen Altar, für dessen Sanierung gerade Geld gesammelt wird.

100 000 Euro, so Kirchenvorstand Rudolf Schulze, wird die Sanierung des Kirchendaches samt Turm in Bloischdorf mindestens kosten. Die 35 000 Euro, die Martina Münch vorbeibrachte, kommen aus dem Denkmalfördertopf des Landes: "Um den haben wir lange gekämpft und sind froh, dass wir ihn endlich haben. Eine Million Euro sind drin wir haben mehr als 1000 Kirchen im Land. Dazu kommen noch Herrenhäuser", so Martina Münch. Auch der Spree-Neiße-Kreis gibt 5000 Euro dazu. Den größten Anteil trägt das Bistum. "Und 10 000 bis 15 000 Euro werden wir zu stemmen haben", so Rudolf Schulze.

Bevor die Sanierung aber startet, feiert die Pfarrei St. Benno am 25. Mai zu Christi Himmelfahrt noch den traditionellen Familientag mit der Eucharistiefeier und Fahrzeugsegnungen in Bloischdorf. Zur katholischen Pfarrei gehören neben Spremberg seit 2016 auch Forst und Döbern.

Annett Igel-Allzeit

Lausitzer Rundschau vom 12. Mai 2017

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