Steffen Göttmann

Ziegel-Spende für Turmdach

Steinbeck (MOZ) Bereits seit 15 Jahren trägt der Förderverein Kirche Steinbeck zur Belebung des Dorflebens bei. Zusammenmit der Kirchengemeinde Hoher Barnim lädt er am Sonnabend ab 14.30 Uhr zum "Frühlingsfest Höhenland" rund um das Gotteshaus ein.

Freude über Spende: Barbara von Eckardstein, Vorsitzende des Fördervereins Kirche Steinbeck, zeigt alte, aber noch gut erhaltene Biberschwänze vom Gemeindehaus. Sie werden für das Dach des Kirchturms wiederverwendet.
© MOZ

"Das Frühlingsfest ist genau wie das Drachenfest sehr wichtig für das Dorf - zu diesen Anlässen treffen sich die Menschen", sagt Barbara von Eckardstein (73), die seit der Gründung die Geschicke des Vereins lenkt. Zu ihren treuesten Mitstreiterinnen zählt Simone Lemke, deren Fotos unter dem Motto "Wir von hier" zum Fest wieder in der Kirche zu sehen sind.

Die Serie zeigt Bilder von Häusern der vier Dörfer der Großgemeinde Höhenland einst und jetzt, jeweils mit den Bewohnern von damals und heute. "Die Idee stammt aus Tuchen-Klobbicke, nur auf unseren Bildern stehen keine Namen, es geht um die bloße Darstellung", sagt Barbara von Eckardstein. Ergänzt werde die Exposition um eine weitere Ausstellung, die auf 60 Jahre Steinbecker Dorfansichten zurückblickt. Die Bilder hängen auch im Kirchenschiff.

Zur Eröffnung des Festes um 14.30 Uhr wird der Maibaum geschmückt. Beiersdorfer Tanzelfen und der Gemischte Chor Falkenberg bereichern das Programm. Es gibt Kaffee, Kuchen und andere Leckerbissen. Kinder können basteln und auf der Hüpfburg toben. Am Abend wird zum Tanz aufgespielt. "Diesmal gibt es eine Tombola, Hauptpreis ist ein Wildpret", kündigt die Vereinsvorsitzende an. Der Erlös aus dem Losverkauf kommt dem Förderverein zugute, der für die Bedeckung des Turms sammelt. Dafür hat er bereits alte, aber noch gut erhaltene Biberschwanz-Dachziegel vom Gemeindehaus bekommen, dessen Dach neu gedeckt wurde.

"Als wir 2000 nach Steinbeck zogen, war die Kirche gesperrt", berichtet Barbara von Eckardstein. Die Wände drohten nach außen zu kippen und die Kirche zum Einsturz zu bringen. Der Gottesdienst wurde im Gemeindezentrum gehalten. "Wir dachten, das kann doch nicht sein", so die Vorsitzende. Sie konnten zwölf Mitstreiter gewinnen, die 2002 den Förderverein Kirche Steinbeck gründeten. Die Satzung lege fest, dass alles Geld, das der Verein einnimmt, für die Sanierung der Kirche verwendet werden muss.

2004 begannen die Bauarbeiten. "Der erste Bauabschnitt war eine Notsanierung", erzählt Barbara von Eckardstein. Das Kirchenschiff wird abgestützt und der Turm gesichert.

In den Jahren 2005/2006 kann der Verein durch Spenden die Sakristei und den Vorraum sanieren. "Wir hatten endlich einen festen Raum, den wir als Winterkirche nutzen konnten", so Barbara von Eckardstein. 2007 lässt der Verein bunte, bleiverglaste Fenster der Künstlerin Renate Müller aus Dolgelin in der Sakristei einbauen. 2008 folgen die Arbeiten am Eingang des Turms. Mit dem zweiten Bauabschnitt 2009/2010 beginnt die Sanierung des Dachstuhls, die allein 126 000 Euro kostet und damit die umfangreichste Investition darstellt. Bei der Reparatur wird das Dachtragwerk so ausgerichtet, dass die Wände nicht mehr nach außen kippen. Vom Schwamm befallene Balken werden ausgetauscht. Danach beginnt übergangslos der dritte Bauabschnitt: Fassade und Fenster werden erneuert. Beim vierten Bauabschnitt 2013 werden weitere Schwammschäden bekämpft. Gleichzeitig beginnen Außenarbeiten. Dafür werden 20 000 Euro ausgegeben.

Der Förderverein ist auf 32 Mitglieder angewachsen. Im Vorstand wirken Barbara von Eckardstein, Simone Lemke, Ilona Preiler als Schatzmeisterin und Pfarrer Johannes Reimer mit. Indem der Verein das älteste Gebäude im Dorf saniert, fördere er die Lebensqualität, so Barbara von Eckardstein, die sich im Kirchenvorstand Hoher Barnim als Sprachrohr der Steinbecker sieht, die einer Fusion mit der Freienwalder Kirchengemeinde skeptisch gegenüber stehen.

Märkische Onlinezeitung vom 12. Mai 2017

   Zur Artikelübersicht