Friedersdorf

Kirche bekommt zwei neue Glocken

Das Friedersdorfer Gotteshaus soll zwei neue, bronzene Kirchenglocken bekommen. Das hat der Gemeindekirchenrat beschlossen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 25?000 Euro. Ein Drittel davon soll über Spenden und Kollekten finanziert werden.

Der Friedersdorfer Kirchturm.
Quelle: Dietrich von Schell

Friedersdorf. Der Rat der Kirchengemeinde Friedersdorf-Kablow hat beschlossen, für das Friedersdorfer Gotteshaus zwei neue Bronzeglocken anzuschaffen. „Beim Weihnachtsgottesdienst im vergangenen Jahr haben wir das erste Mal für die Glocken gesammelt“, sagt Pfarrer Sven Tiepner. Außerdem habe man zu Einzelspenden aufgerufen. Angebote hat der Gemeindekirchenrat schon eingeholt. „Inklusive Montage liegen die Gesamtkosten für die zwei Bronzeglocken bei rund 25?000 Euro“, so Sven Tiepner. Ein Drittel davon wolle man über Spenden und Kollekten finanzieren.

Dass alle drei Glocken im Friedersdorfer Kirchturm geläutet haben, ist 100 Jahre her. „Wir hatten einmal drei Bronzeglocken, von denen keine einzige mehr existiert“, berichtet der Pfarrer. Als erste wurde 1917 im Ersten Weltkrieg die mittelgroße Glocke für militärische Zwecke eingeschmolzen. Die große Glocke landete 1923 beim Altmetall. Das ist wegen ihres historischen Werts besonders schmerzlich, trug sie doch als Inschrift die Jahreszahl 1305, das älteste Datum, das mit Friedersdorf in Verbindung gebracht werden kann.

Pfarrer Tiepner: „Aus heutiger Sicht ein unglaublicher Frevel“

1943 musste dann auch die kleinste Glocke aus dem Jahr 1621 dran glauben. Auch ihr Metall wurde in der Rüstung gebraucht. „All das ist aus heutiger Sicht ein unglaublicher Frevel“, findet Sven Tiepner. Immerhin wurde 1943 für Ersatz gesorgt. Seitdem schlägt im Kirchturm eine Stahlglocke, die 1922 im Torgauer Stahlwerk gefertigt wurde. Sie hat einen Durchmesser von über einem Meter und wiegt 700 Kilo. Heute ist ihr Klang zweimal täglich, einmal um 8 Uhr, das andere Mal um 18 Uhr, zu hören. „Außerdem wird jede volle Stunde mit mechanischen Hammerschlägen angezeigt“, sagt Sven Tiepner, bedauert aber auch, dass das Uhrwerk häufig nachgeht. Außerdem ruft die Glocke zu Gottesdiensten, Veranstaltungen und kirchlichen Feiertagen.

Doch nun sollen nach dem Willen der Gemeinde alle drei Glocken wieder harmonisch zusammenklingen. „Wer sich die Mühe macht, den Kirchturm zur großen Glocke hinaufzusteigen, kann die Vorrichtungen für zwei weitere noch erkennen. Es ist alles noch da“, sagt Sven Tiepner. Und wenn alles gut geht, kann es im kommenden Jahr schon so weit sein. „Gut 3000 Euro haben wir bereits aus Spenden und Kollekten zusammen“, freut sich der Pfarrer.

Von Dietrich von Schell

Märkische Allgemeine vom 11. Mai 2017

   Zur Artikelübersicht