Konzertreihe in Brandenburg

Wenn Musik die Türen öffnet

Die Brandenburger Konzertreihe „Musikschulen öffnen Kirchen“ sammelte seit 2007 schon über 170 000 Euro Spenden

Das Sinfonieorchester der Kreismusikschule konzertiert in der Wunderblutkirche.
Foto: dpa

Sie ist ein Wahrzeichen der Prignitz: Die Wunderblutkirche von Bad Wilsnack. Tausende Besucher kommen Jahr für Jahr ihretwegen in die Region. Besonders viele könnten es in diesem Jahr am 7. Mai sein. Pünktlich zur Eröffnung der Pilgersaison findet ein Konzert des Sinfonieorchesters der Kreismusikschule Prignitz statt. Es ist Teil der Brandenburger Konzertreihe „Musikschulen öffnen Kirchen“, die in diesem Jahr ihr zehnjähriges Jubiläum begeht. Ab 22. April laden Musiker und Ensembles aus 20 Musikschulen zu 76 Konzerten in Dorf- und Stadtkirchen ein. Veranstaltet wird die Aktion vom Verband der Musik- und Kunstschulen Brandenburg und dem Förderkreis Alte Kirchen Berlin-Brandenburg.

Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch (SPD) würdigte gestern die Aktion als ein „sehr beeindruckendes Gemeinschaftsprojekt“, das von großem ehrenamtlichen Engagement lebe. Die Aktion biete eine Auftrittsmöglichkeit für jugendliche Künstler. Und bei jedem Konzert werde zugleich für die Sanierung der Kirche gesammelt, in der die Musiker gerade gastierten. In Bad Wilsnack soll am 7. Mai für die Sicherung des Glockenstuhls gesammelt werden. Seit der ersten Auflage der Konzertreihe 2007 kamen mehr als 170 000 Euro Spenden für bedrohte Kirchen zusammen. Allein 2016 besuchten rund 6500 Menschen die Konzerte.

„Es gibt keine Vorgaben zum Programm“, sagt der Geschäftsführer des Verbands der Musik- und Kunstschulen, Winnetou Sosa. Mal finde an einer Dorfkirche ein kleines Konzert mit einer großen ländlichen Kaffeetafel statt, mal sei die Orgel einbezogen, mal eine große Stadtkirche geöffnet. „Genau so verschieden, wie die Orte sind, sind auch die Ensembles.“ Bei der Aktion gehe es um den Erhalt des kulturellen Erbes in der Fläche und die Stärkung der musischen Infrastruktur in kleinen Orten. Und der Geschäftsführer des Förderkreises Alte Kirchen, Bernd Janowski, sagte, wenn Kirchen auf dem Lande langfristig erhalten werden sollen, müssten sie sich neben den „auf dem Land immer unregelmäßiger stattfindenden Gottesdiensten“ auch anderen Zwecken öffnen. Die Spenden eines einzelnen Konzerts würden niemals für eine Dachsanierung oder die Trockenlegung von Fundamenten ausreichen. Aber sie trügen dazu bei, Öffentlichkeit für die bedrohten Gebäude zu schaffen. So komme es immer wieder vor, dass bei den Konzerten Menschen in die Gotteshäuser kämen, „die vorher nie zuvor in diesem Gebäude waren.“

Über die Prignitzer Stationen der Reihe „Musikschulen öffnen Kirchen“ informiert der „Prignitzer“ demnächst.

Der Prignitzer vom 11. April 2017

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