Bärbel Kraemer

"Es ist grandios!"

Haseloff (MZV) Mit ihrer neuen Dacheindeckung ist die alte Dorfkirche von Haseloff für die Zukunft gut gewappnet. 161.000 Euro wurden in die Sanierung des Kirchleins investiert. Am Sonntag wurde mit einem Festgottesdienst der Abschluss der umfangreichen Restaurierungsarbeiten gefeiert.

Die umfangreiche Sanierung des Gotteshauses in Haseloff wurde am vergangenen Sonntag feierlich abgeschlossen. Knapp 120 Menschen drängen in die Kirche. Pfarrer Daniel Geißler zeigte sich begeistert vom Interesse der Anwohner.
© MZV

Knapp 120 Menschen drängen in die Kirche. "Ich glaube wir haben zu wenig Liedzettel kopiert", stellt Pfarrer Daniel Geißler schon vor Beginn des Gottesdienstes fest. Musikalisch umrahmt wird der Festtag durch den Kirchenchor St. Johannis aus Niemegk unter der Leitung von Annemone Schulze.

In seiner Predigt geht Geißler unter anderem auf die baulichen Probleme der Kirche vor Beginn der Sanierung ein. Immer wieder wurde er in der Gemeinde darauf angesprochen. Obwohl weniger als die Hälfte der Dorfbewohner evangelischen Glaubens sind, war der Erhalt des Gemäuers allen wichtig. Die Bedeutung der Kirche für das Dorf wird am Sonntag immer wieder deutlich. Geißler bezeichnet das Gemäuer in seiner Festpredigt unter anderem als "Seele des Dorfes" - als einen Ort, der bereits zu Vorväter Zeiten da war und als einen Ort, den es für nachfolgende Generationen zu erhalten gilt.

Im Anschluss an den Festgottesdienst wird auf dem Dorfplatz rund um die Kirche gefeiert.

Jens Hinze, der Bürgermeister der Gemeinde Mühlenfließ, sagt: "Es ist schön, dass soviel Geld in den Erhalt der Kirche investiert wurde."

Im Verlauf des Nachmittages stattet Bildungsminister Günter Baaske (SPD) den Haseloffern einen Kurzbesuch ab. Er lobt "das glückliche Händchen", dass Pfarrer und Gemeinde bei der Sanierung des Gemäuers bewiesen hätten und bringt seine Freude darüber zum Ausdruck, dass im Anschluss an den Festgottesdienst die "weltliche Party" rund um die Kirche fortgesetzt wird. Auch Superintendent Siegfried-Thomas Wisch hat sich unter die Festgemeinde gemischt. Er pflegt im Anschluss bei Kaffee und Kuchen den Austausch und lobt, dass die Kirchensanierung im Dorf nicht allein als Sache der Kirchengemeinde angesehen wurde. Später sagt er: "Ich habe die Gnade, des öfteren bei Kircheneinweihungen dabei sein zu dürfen. Dabei wird immer wieder darüber gesprochen, warum die Kirchen in den kleinen Dörfern erhalten bleiben müssen. Sie sind natürlich einerseits Kulturdenkmäler. Aber sie sollen eben auch weiter den Menschen offen stehen, die sich bereits von der Kirche entfremdet haben."

Amtsdirektor Thomas Hemmerling überbringt wiederum die Grüße der weltlichen Gemeinde. "Ich gratuliere im Namen des Amtes Niemegk und der Gemeinde Mühlenfließ", so Hemmerling und sagt: Man muss das Wertvolle in den Gemeinden erhalten, in ihm liegt eine Chance für die Zukunft."

Dass das Zusammenspiel von weltlicher und kirchlicher Gemeinde in Haseloff so hervorragend klappt, freut auch Ilona Reich vom Gemeindekirchenrat. Lachend bemerkt sie: "Es ist grandios".

Märkische Onlinezeitung vom 11. April 2017

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