Anett Zimmermann

Dinse-Orgel erklingt wieder

Neulietzegöricke (MOZ) Die Dinse-Orgel in der Kolonistenkirche von Neulietzegöricke (Dorfkirche des Monats April 2010) kann wieder gespielt werden. Der Orgelsachverständige der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz Hannes Ludwig aus Prenzlau hat das Instrument am Donnerstagvormittag im Beisein von Orgelbauer Christian Scheffler, Pfarrerin Nanna-Maria Luttenberger und drei Frauen aus dem Gemeindekirchenrat abgenommen.

Vor der sanierten Dinse-Orgel in der Kolonistenkirche: Orgelbauer Christian Scheffler, Gisela Sommer von der Kirchengemeinde, Pfarrerin Nanna-Maria Luttenberger und der Orgelsachverständige Hannes Ludwig (v. l.)
© MOZ/Anett Zimmermann

Die 1845 und damit fünf Jahre nach der Fertigstellung der Kirche eingebaute Dinse-Orgel war im Juli zerlegt worden. Danach wurden die einzelnen Teile in der Werkstatt von Christian Scheffler in Sieversdorf (Oder-Spree) generalüberholt.

Ursprünglich sollte die erste Komplettsanierung des Instruments bis Heiligabend abgeschlossen sein. Doch die Verzögerung und auch Mehrkosten in Höhe von mehr als 9000 Euro schienen bei der Abnahme erst einmal vergessen. "Sehr schön, das ist doch was", sagte Pfarrerin Nanna-Maria Luttenberger nach dem letzten Stück, einer Fantasie des Komponisten Andlauer aus der Entstehungszeit der Dinse-Orgel in Neulietzegöricke, um dann in die Hände zu klatschen und voller Begeisterung hinzufügen: "Klasse!"

Christian Scheffler hatte den Anwesenden Register für Register erklärt, während Hannes Ludwig am Spieltisch saß und die vom Orgelbauer beschriebene Pfeifenfamilie unter anderem mit Tante und Großvater nach und nach zum Klingen brachte. Später tauschten die beiden die Plätze, damit sich auch Hannes Ludwig vom Altar aus einen Eindruck von der Orgel und der Akustik in der Kirche machen konnte. An dem Instrument müsse man auch die Lieder aus dem neuen Gesangbuch nicht scheuen, fand Christian Scheffler.

Die Einweihung der Dinse-Orgel soll am Sonntag "Jubilate", also am 7. Mai, ab 14.30 Uhr gefeiert werden. Der genaue Ablauf des Nachmittags werde zurzeit allerdings noch abgestimmt, hieß es.

Märkische Onlinezeitung vom 09. April 2017

   Zur Artikelübersicht