Schäpe

Sanierung der Dorfkirche in der Zielgeraden

Die mehrjährige Sanierung der Schinkelkirche in Schäpe geht jetzt in ihre Zielgerade: Nachdem im Frühjahr die Hüllenerneuerung des Kirchenschiffes abgeschlossen werden konnte, sollen in den nächsten beiden Jahren die Turmsanierung und der Innenausbau folgen. Ende 2018 soll die Kirche als geistliche und weltliche Begegnungsstätte genutzt werden können.

Die Außenhülle des Kirchenschiffes in Schäpe sieht schon wieder schmuck aus. Jetzt soll auch der Turm neu verputzt werden, bevor die Kirche innen ausgebaut wird.
Quelle: privat

Schäpe. Nachdem im vergangenen Jahr im vierten Bauabschnitt die äußere Hülle des Kirchenschiffes der Schinkelkirche in Schäpe komplett erneuert werden konnte, befindet sich das Sanierungsobjekt jetzt auf der Zielgeraden: In diesem und im nächsten Jahr sollen der Kirchturm neu verputzt, eine neue Kirchturmuhr installiert und das Innere der Kirche für die spätere Mehrfachnutzung ausgebaut werden. Ende 2018 wird die Dorfkirche nach einer mehrjährigen Schönheitsoperation komplett in neuem Glanz erstrahlen, ist Schäpes Ortsvorsteher Axel Grüsner überzeugt.

Knapp 450 000 Euro wird die Restaurierung des Gotteshauses dann gekostet haben. Etwa 290 000 Euro wurden in den zurück liegenden Bauabschnitten seit dem offiziellen Sanierungsbeginn im Mai 2012 in den sakralen Bau investiert. Etwas mehr als 150 000 Euro werden noch für die Schlussphase gebraucht, erklärt Grüsner. „Die Lokale Aktionsgruppe Havelland-Fläming hat im vergangenen Jahr unsere Kirche in der Gruppe der zu fördernden Projekte auf den ersten Platz gesetzt. Ich bin zuversichtlich, dass wir die weiteren Maßnahmen für unsere Dorfkirche gefördert bekommen“, so der Ortsvorsteher. Nur den Einbau der neuen Turmuhr wird der Förderverein, der sich eigens für den Erhalt der Kirche gebildet hat, vielleicht selbst oder aber aus Spenden finanzieren müssen.

Nachdem die alte zerbröckelte Fassade des Kirchturms abgetragen ist, sollen er sowie der Verbinder zum Kirchenschiff mit einem neuen Kalkputz verkleidet werden und einen neuen Anstrich erhalten. Dabei wird die historische Putzgliederung des Turms nach alten Vorlagen wieder aufgenommen, heißt es in der Projektbeschreibung des Ingenieurbüros Götz & Ilsemann aus Beelitz. Vorhandene Fenster, Schalluken und Türen wird der Tischler wieder aufarbeiten. Die Eingangstür zur Kirche muss den modernen Erfordernissen angepasst werden. Ihre Außenansicht wird allerdings ihr historisches Aussehen behalten. Neu verfugt und teilweise gemauert wird auch der Feldsteinsockel der Kirche.

Für die spätere Mehrfachnutzung der Kirche sollen im Inneren des Baus einige Trennwände beziehungsweise Holz-Glas-Konstruktionen eingezogen werden. Für künftige Messen, Vorträge oder Konzerte wird in dem Gebäude eine moderne Beschallungstechnik installiert. Außerdem soll die Kirche beheizt werden, um sie ganzjährig nutzen zu können. Auch eine kleine Teeküche soll in das Haus eingebaut werden.

Für die Heizungsanlage entsteht auf dem Gelände zwischen der Kirche und der sogenannten Aussegnungshalle ein separates eingeschossiges Funktionsgebäude. Dort sollen auch einige sanitäre Anlagen für die Kirchenbesucher eingerichtet werden.

Nach einer mehr als zweijährigen harten Vorbereitungsphase war 2012 in einem ersten Bauabschnitt der Turmhelm der Kirche komplett erneuert worden. In einem zweiten Abschnitt rekonstruierten die Bauleute im Jahr 2013 das Dach des Kirchenschiffes einschließlich der Dachkonstruktion. Zwei Jahre später folgte ein dritter Abschnitt, in dem der alte Putz des Kirchenschiffes durch eine neue Fassade ersetzt wurde. Die Arbeiten dauerten bis zum vorigen Jahr an. Außerdem wurden das Dach des Verbinders zwischen Turm und Kirche saniert und auf der Unterseite der Holzdecke die Sternengewölbe-Gliederung aus dem 19. Jahrhundert wieder instand gesetzt.



Die Dorfkirche in Schäpe ist ortsbildprägend

Die Dorfkirche in Schäpe wurde 1827 im klassizistischen Stil nach den Plänen von Karl-Friedrich Schinkel zunächst ohne den Turm gebaut.
Der Kirchturm kam erst 1864 dazu und wurde mit einer kurzen Bogenhalle mit dem Kirchenbau verbunden.
Die Turmuhr wurde 1921 eingebaut. Sie soll bis in die 1960-er Jahre funktioniert haben.
Neben der sakralen Nutzung soll die Kirche künftig auch den örtlichen Vereinen und Verbänden als Begegnungsstätte zur Verfügung stehen.
Als Mittelpunkt des Dorfes ist die Kirche mit ihrem freistehenden Turm ortsbildprägend.


Von Heinz Helwig

Märkische Allgemeine vom 03. April 2017

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