Anja Linckus

Die Zukunft ist gesichert

Butzow (MZV) "Heute können wir sagen, dass unsere Kirche gerettet ist - für uns und für die kommenden Generationen. Sie steht wieder auf einem sicheren Fundament. Der Turm und die Bekrönung sind saniert, das Dach und das Gebälk sind neu gemacht", fasste Bernhard Weise vom Förderverein Butzower Dorfkern am Mittwoch zusammen, was mit dem kleinen Gotteshaus in den letzten fünf Jahren geschehen ist, um es vor dem endgültigen Verfall zu retten. "Wir", das sind in diesem Fall vor allen Dingen die Mitglieder des Fördervereins, die nicht müde wurden, alles dafür zu tun, um die Sanierung der Kirche voranzutreiben und nun ein Fazit zu vier erfolgreichen Bauabschnitten ziehen konnten.

Während die Hülle der Butzower Dorfkirche bereits in neuem Glanz erstrahlt und das Dach mit neuen Biberschwänzen eingedeckt ist,...
© MZV
... zeigt sich im Inneren der noch anstehende Sanierungsbedarf.
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450.000 Euro wurden zwischen 2017 und 2017 von verschiedenen Spendern, Stiftern, Behörden und Institutionen zusammengetragen, um das Bauwerk zu sichern und zu erhalten. Vor Jahren sorgte ein Riss im Sternenhimmel in der Apsis für reichlich Sorgen, da er sich durch das gesamte Mauerwerk bis nach außen zog und eindringende Feuchtigkeit das gesamte Bauwerk schädigte.

Das nördlich des Beetzsees gelegene Butzow wurde 1208 erstmals erwähnt. Die dortige Kirche wurde 1414 von den Truppen des Erzbistums Magdeburg geplündert, und der ganze Ort war nach dem Dreißigjährigen Krieg vollständig zerstört. Um 1840 zählte Butzow ganze 29 Wohnhäuser.

1879 entstand die Butzower Kirche als einschiffiger neuromanischer Putzbau mit einem eingestellten Westturm mit spitzem Helm und halbrunder Apsis im Osten. Die Turmfassade und die Gebäudeecken werden durch Backsteinlisenen besonders betont. Die Gesamthöhe einschließlich der Wetterfahne beträgt 27,5 Meter. Auch an den Traufen, dem Ortgang, der Apsis und dem Turm sind die Verzierungen mit rotem Backstein ausgeführt.

Der 23,7 Meter lange und 8,7 Meter breite Innenraum der Kirche ist schlicht gehalten. Die Apsis schmückt ein Sternenhimmel, wie der preußische Baumeister Karl Friedrich Schinkel sie für Dorfkirchen vorgab. Auch die bauzeitliche Ausgestaltung des Innenraumes und die Ausstattung sind erhalten. Allerdings werden die Handwerker hier in den kommenden Jahren noch vieles zu tun haben. Denn nach der Außensanierung steht nun die komplette Herrichtung des Innenraumes der Kirche an, die nach einer kleinen Atempause für die rührigen Vereinsmitglieder in etwa ein bis zwei Jahren begonnen werden soll, so der Vereinsvorsitzende Bernhard Weise. Zuvor aber muss noch dringend die Empore in Angriff genommen werden, um die Orgel, die derzeit abgebaut und in einem benachbarten Stall untergebracht ist, wieder aufbauen zu können - benötigt dafür werden noch einmal 34.000 Euro.

Märkische Onlinezeitung vom 01. April 2017

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