Breddin

Kirchensanierung soll weitergehen

1998 wurde das Dach der Breddiner Dorfkirche erneuert. Es wurde auch ein Sanierungskonzept erstellt und restauratorische Untersuchungen durchgeführt. Um die Arbeiten durchführen zu können, benötigt man Fördermittel. Mit einer Spendenaktion will die Kirchengemeinde nun den Eigenanteil aufbringen.

Blick auf den Altarbereich.
 
Das Gotteshaus aus Feldsteinen und gemauerten Rundbogenfenstern ist ein markantes Bauwerk.
Quelle: André Reichel
 
Das aus Stein geformte Weihekreuz.
Quelle: André Reichel

Breddin. Wie ein Fels in der Brandung steht er da, der wuchtige hochaufragende Turm der Breddiner Feldsteinkirche. Diese wurde im Jahr 1273 eingeweiht, was eine noch immer erhaltene Urkunde des Havelberger Bischofs bestätigt. Weithin sichtbar leuchten heute die roten Ziegel auf dem im Jahr 1998 neu eingedeckten Dach des Gotteshauses. Mit diesen Arbeiten läutete man vor knapp zwei Jahrzehnten die schon lange fällige Sanierung der über 700 Jahre alten Breddiner Kirche ein.

Beim Abschlagen des alten Putzes trat eine Überraschung zutage

Auf den ersten Blick konnte der Zahn der Zeit dem uralten Sakralbau nicht sonderlich viel anhaben. Doch der Eindruck täuscht, wie restauratorische Untersuchungen ergaben. „Es gibt zum Beispiel kleine Risse im Turm, die zwar augenfällig sind, aber zum Glück kaum ein Problem darstellen“, berichtet der im Breddiner Pfarrhaus wohnende und für den Pfarrsprengel Breddin-Barenthin zuständige Pfarrer Henning Utpatel.

Problematischer war da schon die aufsteigende Feuchtigkeit im Mauerwerk des Kirchenschiffes. Um den Innenraum zu entfeuchten wurden in den Jahren 2015 und 2016 erste Arbeiten ausgeführt. Dazu gehörte das Abrücken der Kirchenbänke von den Wänden sowie das Entfernen des stark geschädigten Putzes bis auf rund zweieinhalb Metern Höhe. Dabei entdeckte man im Vorjahr ein Weihekreuz an der Westwand des Kirchenschiffes direkt neben dem Eingang am Turm. „Das Besondere an diesem Weihekreuz ist, dass es nicht einfach nur aufgemalt, sondern aus Stein geformt ist“, berichtet Henning Utpatel.

Der Gemeindekirchenrat bemühte sich für weitere Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten zwar um Leader-Fördermittel, konnte aber bislang nicht den für eine Bewilligung nötigen Eigenmittelanteil vorweisen. Um das zu schaffen, wurde nun eine Spendenaktion gestartet, mit dem Ziel bis zum Herbst diesen Jahres die Summe von 10 000 Euro zusammenzutragen. Wenn alles klappt, beginnen 2018 die Sanierungsarbeiten. Es sollen Mauerrisse und Fugen saniert, Schallluken im Turm, Kirchenfenster und der Innenputz erneuert werden. Außerdem ist eine Neuausmalung der Kirche unter restauratorischen Gesichtspunkten und Aufarbeitung des Fußbodens geplant.

Von André Reichel

Märkische Allgemeine vom 20. März 2017

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