Sanierung in Reetz

Neue Pfeifen und Membrane für die Orgel

Die Reetzer Orgel soll in den kommenden Monaten nahezu komplett saniert werden. Der Ausbau und die Reinigung aller Orgelteile, die Reparatur und Aufarbeitung der Pfeifen sowie die Intonation und Stimmung des Instruments kosten insgesamt über 32.000 Euro. Die Mühe lohnt sich, denn die Bauweise der Reetzer Orgel ist sehr selten.

Die Orgel in der Reetzer Kirche kann endlich saniert werden.
Quelle: Eva Loth
 
Organistin Adelheid Flemming an dem besonderen Instrument.
Quelle: Eva Loth

Reetz. Hilfe für die Reetzer Orgel: Dank zahlreicher Förderer kann das 113 Jahre alte Instrument in den kommenden Monaten saniert werden. Die Arbeiten kosten zusammen etwa 32 600 Euro. Die Sanierung sieht den Ausbau und die Reinigung aller Orgelteile vor, außerdem die Reparatur und Aufarbeitung der Pfeifen, die Instandsetzung und teilweise Erneuerung der Membrane und schließlich die Intonation und Stimmung des Instruments. Der Bund fördert die Erneuerung der Orgel mit 10 000 Euro. Der Rest der Summe stammt aus Eigenmitteln und von weiteren Förderern.

Die Orgel wurde im Jahre 1904 von Orgelmeister Johann Eifert in Stadtilm gebaut. Es handelt sich um ein Orgelwerk mit 15 klingenden Registern, verteilt auf zwei Manuale und ein Pedal. 1975 wurde die Orgel saniert und repariert.

Ein ganz besonderes Exemplar

Bei der Reetzer Orgel handelt es sich um ein ganz besonderes Exemplar, das es unbedingt zu erhalten gilt: Sie ist eine der wenigen pneumatischen Orgeln der Region. Für gewöhnlich funktioniert eine Orgel mechanisch. Das bedeutet, wenn eine Taste oder ein Pedal an der Orgel betätigt wird, öffnet sich dadurch direkt das Ventil der Orgelpfeife und ein Ton erklingt. Diese Eigenschaft führt dazu, dass beim betätigen der Taste oder des Pedals ein größerer Widerstand überwunden werden muss.

Das ist bei der Reetzer Orgel nicht so. Wenn hier eine Taste oder ein Pedal betätigt wird , wird ein Luftstrom freigesetzt, welcher das Ventil öffnet. Aus diesem Grund spielt sich das Instrument im Grunde genommen selbst. Diese Orgelbauweise ist sehr selten und Reparaturen an solchen Instrumenten entsprechend teuer.

Die Orgel in Reetz dominiert mit ihrem dreifeldrigen Prospekt die gesamte Westseite des Innenraumes der aus dem Mittelalter stammenden und für ein Dorf ungewöhnlich großen Kirche. Auch ist die Orgel Teil der 1904 vorgenommenen Neugestaltung des Innenraumes. Das gesamte Instrument ist noch original erhalten, und Zeugnis der hochromantischen Orgelbaukunst.

Nun ist auch die vom Holzwurm befallene Pedalklaviatur ausgefallen. Wegen undichter Membrane steht nicht genügend Luft zur Verfügung. Nur noch ein geringer Teil der Pfeifen kann so zu Gehör gebracht werden.

Noch heult und klemmt es

Worin genau das Problem besteht, erläutert Florian Jakubowski vom Gemeindekirchenrat Wiesenburg/Mark: „Mehrere Register der Orgel erzeugen so genannte Heuler, stellen den Ton also nicht mehr ab. Die gesamte Fußklaviatur klemmt an mehreren Stellen und funktioniert nicht mehr.“

Auch sei das obere Manual nicht mehr voll bespielbar und die Belederungen der Orgel seien verschlissen, so dass die Orgelpfeifen gar nicht mehr den vollen Luftstrom nutzen könnten, erklärt Jakubowski weiter. Der Spieltisch müsse gereinigt werden, genauso wie einige Holzpfeifen und Zinnpfeifen repariert oder ausgebessert werden müssten.

„Wichtig ist auch, dass die Pneumatik gereinigt und eventuell noch ein neuer Kompressor installiert werden muss“, gibt das Kirchenratsmitglied zu verstehen.

Von Eva Loth

Märkische Allgemeine vom 08. März 2017

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