Marwitz

Dach der Kirche muss saniert werden

Die Kirche in Marwitz ist ein Sanierungsfall. Das Dach und das Gestühl sind marode. Ersten Schätzungen nach würden die Bauarbeiten etwa 310.000 Euro kosten. Doch das Geld ist nicht da und muss gesammelt werden. Pfarrer Markus Schütte ist nun auf Ideensuche.

Ein Sanierungsfall: die Kirche in Marwitz.
Quelle: Robert Roeske
 
Die Schäden sind von außen nicht so ersichtlich.
Quelle: Robert Roeske

Marwitz. Wer von draußen auf die Kirche in Marwitz und insbesondere auf das Dach schaut, könnte meinen, alles sei in Ordnung. Das ist es aber ganz und gar nicht. Pfarrer Markus Schütte schlägt Alarm.

Das ganze Dach muss erneuert werden – und das Gestühl dazu. Zwar haben in den 80er-Jahren, noch zu DDR-Zeiten, Sicherungs- und Baumaßnahmen stattgefunden, aber es gebe nun Folgeschäden. Es kommt Feuchtigkeit durch das Dach, der Hausschwamm macht sich breit. „Rein optisch ist wenig zu sehen, aber unter dem Putz sieht es schlimm aus“, sagt der Pfarrer.

Er ist seit Jahresanfang im Amt, und „ich versuche mir ein Bild zu machen.“ Seit mehreren Jahren sei eine Sanierung im Gespräch, „aber wie groß die Schäden sind, das ist jetzt erst klar geworden.“ Das Ergebnis eines Gutachtens sei niederschmetternd. So seien auch Betonteile im Dachstuhl verbaut worden. „Nun sind die Schäden erheblich, und schlimmer als vorher“, sagt Markus Schütte.

Die Kirchengemeinde habe sich ein Konzept für eine Sanierung erarbeiten lassen. „Das bereitet uns schlaflose Nächte“, so der Pfarrer. Denn das alles geht ins Geld. Das Dach wird etwa 154 000 Euro kosten, das Gestühl noch einmal 156 000 Euro, insgesamt geht es also in Marwitz um 310 000 Euro.

Doch woher soll die finanziell klamme Gemeinde so viel Geld hernehmen? Zunächst plant Pfarrer Schütte eine Art Anwohnerversammlung, um das Problem zu verdeutlichen. „Wir müssen die Sensibilisierung vor Ort herstellen.“ Ansonsten müsse offensiv gesammelt werden. Jede Spende zählt. „Wir haben da unterschiedliche Ideen“, sagt Markus Schütte. Natürlich gehe es auch darum, Fördermittel zu bekommen. Außerdem hoffen die Marwitzer auf den Staatskirchenvertrag mit dem Land Brandenburg. „Ganz klar: Wir brauchen erheblich Fördermittel, selbst die selbst das Geld aufzubringen überfordert uns.“ Auch mit den Gemeindevertretern von Oberkrämer und mit Bürgermeister Peter Leys soll gesprochen werden.

Der wusste am Donnerstag noch von nichts. „Allerdings hat Pfarrer Schütte nächste Woche einen Termin bei mir“, sagte er. „Bisher war es immer so, dass wir Baumaßnahmen der Kirche unterstützt haben“, so der Bürgermeister. Als Beispiel nannte er die Sanierungsarbeiten an der Kirche in Vehlefanz. Versprechen könne er allerdings nichts, gegebenenfalls würden die Gemeindevertreter darüber entscheiden.

Eine baupolizeiliche Sperrung der Kirche in Marwitz drohe vorerst nicht, so Pfarrer Schütte. Aber es müsse das Ziel sein, 2018 mit den Bauarbeiten zu beginnen. „Wenn erst mal Schäden da sind, werden die mit jedem Winter schlimmer.“ Er vermisst den kürzlich verstorbenen Ortsvorsteher Albrecht Seeburg sehr: „Er fehlt jetzt doppelt und dreifach, ihn hätten wir jetzt gebraucht, er hätte uns sicherlich sehr helfen können“, so Pfarrer Schütte.

Von Robert Tiesler

Märkische Allgemeine vom 03. März 2017

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