Alt Krüssow

Ausstellung zur Annenverehrung geplant

Gerade ist der sechste Bauabschnitt bei der Restaurierung der Wallfahrtskirche in Alt Krüssow beendet, da stehen bereits die nächsten Vorhaben an: Derzeit bemüht sich der Förderverein um Leader-Mittel für den siebten Bauabschnitt und für den Aufbau einer Ausstellung über die Annenverehrung.

Weithin sichtbar thront die Wallfahrtskirche Sankt Anna über Alt Krüssow.
Quelle: Bernd Atzenroth
 
Die Südfassade und die Fenster im Turm wurden im 6. Bauabschnitt restauriert.Quelle: Bernd
Quelle: Bernd Atzenroth

Alt Krüssow. Es ist ein langer Weg, bis die prachtvolle Wallfahrtskirche von Alt Krüssow (Stadt Pritzwalk) wieder in altem Glanze erstrahlt, aber es geht mit der im Jahr 2004 begonnenen Restaurierung auch ständig weiter, nicht zuletzt dank der permanenten und intensiven Bemühungen des Fördervereins Wallfahrtskirche Alt Krüssow. Mittlerweile ist der sechste Bauabschnitt vollendet, bei dem 56 000 Euro verbaut worden sind. Diesmal waren die Südfassade und die Fenster im Turm an der Reihe. „Sie waren in desolatem Zustand“, sagt Uwe Dummer vom Förderverein. „Und durch Vogelflug stark in Mitleidenschaft gezogen.“ Durch die kaputten Fenster zog Feuchtigkeit ins Mauerwerk. Darum war die Bedeutung dieser Reparatur für den Erhalt des gesamten Gebäudes nicht zu unterschätzen. Nun haben die Bleiglasfenster ihr historisches Erscheinungsbild wieder. Es wurden zudem Steine ausgewechselt, das Fries ist aufgefüllt worden.

Weitere Arbeiten stehen an

Auch das Innere der Kirche Sankt Anna wurde weiter aufgewertet: Der ehemalige Eingang zur bereits restaurierten Kapelle mit ihren Wandmalereien hat jetzt eine neue Eichentür. Die gesamte Maßnahme ist nunmehr beendet. Ermöglicht wurde sie überhaupt erst durch viele kleine Einzelspenden, aber insbesondere durch die Zuwendungen der deutschen Stiftung Denkmalschutz und die Kirchengemeinde selbst. Die Fenster an der Nordseite harren noch der Reparatur. „Das konnten wir nicht mehr schaffen“, erklärte Dummer.

Aber beharrlich kümmert sich der Verein um die weitere Restaurierung eines der bedeutendsten Prignitzer Gotteshäuser. Auch beim 7. Bauabschnitt will man sich dem Kirchturm und der Fassade des altehrwürdigen Gemäuers widmen. Darüber hinaus soll es auch im Innenleben und bei der Nutzung der Kirche weitergehen: So ist eine Ausstellung zur Annenverehrung im Spätmittelalter und die Intensivierung der touristischen Nutzung des Annenpfades geplant. Für alles zusammen hat man 2016 Leader-Förderung beantragt. Doch auch wenn es dafür bereits ein positives Votum von der Regionalförderung Prignitzland gibt, so ist die Entscheidung über die Mittelvergabe noch nicht gefallen – das zuständige Amt für Ländliche Entwicklung und Flurneuordnung in Neuruppin hatte noch Nachfragen, die Uwe Dummer und seine Mitstreiter jetzt noch beantworten müssen.

Toilettenfrage nicht beantwortet

Immerhin: Zum Anpilgern kann bereits der Raum präsentiert werden, in dem die hochrangige Ausstellung künftig stehen soll. Die Exponate, Kulturgüter aus dem Mittelalter, jetzt schon zu präsentieren, ist aber nicht möglich. Denn dafür müssen Sicherungsmaßnahmen ergriffen werden, deren Installierung Teil des Vorhabens ist, für das jetzt Förderung beantragt wurde. Die räumliche Gestaltung mit einem Umluftverfahren ist eine weitere der Voraussetzungen für die Herrichtung der Ausstellung. Im Konzept stehen weitere Ideen wie die Einrichtung eines Aufenthaltsraums mit Café auf der zweiten Ebene im Turm und der Einbau einer Toilette.“ Schon jetzt steht bei Veranstaltungen in der Kirche die Frage, wo man zur Toilette gehen kann“, erklärt Dummer. All dies ist sehr ambitioniert – nur das reine Konzept verschlingt 50 000 Euro. Darum hofft man beim Förderkreis jetzt, dass es schnell grünes Licht aus Neuruppin gibt, und ist bereit, den Anteil dazu zu leisten: „Wir sitzen zusammen mit allen, die daran beteiligt sind, und versuchen, den Rückfragen gerecht zu werden“, sagt Dummer.

Das wäre den engagierten Alt Krüssowern zu wünschen. „Im Moment hat der Förderkreis 35 Mitglieder, die sich bunt in der Region verteilen“, sagt Dummer. In Alt Krüssow ist fast jede Familie Mitglied, aber auch aus Nürnberg oder Durlach kommen Förderer. Dummer lobt die Zusammenarbeit mit der Stadt Pritzwalk: „Wir erfahren jegliche Unterstützung“, betont er.

Näheres zum Förderverein Wallfahrtskirche Alt Krüssow unter 03395/ 30 95 90 oder www.wallfahrtskirche-alt-kruessow.de

Von Bernd Atzenroth

Märkische Allgemeine vom 08. Februar 2017

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