Lautaer kämpfen um ihre Laurentiuskirche

LAUTA Das Gotteshaus muss dringend saniert werden, sonst droht der Einsturz. Der Gemeindekirchenrat ist auf Spenden angewiesen.

Rudolf Bönisch, der Vater des Großräschener Orgelsommers, will ebenfalls mit einem Konzert der Reihe "Mixtur im Bass" helfen.
Foto: amz1

Die aus dem Jahr 1652 stammende Lautaer Laurentiuskirche (Dorfkirche des Monats Februar 2017) ist in großer Gefahr. Aufgrund von Pilzbefall weist das hölzerne Dachgebälk massive Schäden auf. Passiert nichts, sei selbst ein Einsturz nicht ausgeschlossen, warnt Sigrid Roeser, Vorsitzende des Gemeindekirchenrates. Der Gutachter, der das Gotteshaus unter die Lupe genommen hatte, lässt in seinem Resümee sogar wissen, dass man froh sein könne, dass der Dachstuhl in seinem Zustand noch so halte.

Rund 211 000 Euro müssten für die Rekonstruktion aufgewendet werden, rechnet Roeser vor. Fördermittel seien beantragt, die Landeskirche habe bereits einen größeren Betrag zugesagt. Auch der Förderkreis "Alte Kirchen" beteilige sich mit einer kleineren Summe. Doch das Geld reiche nicht. Daher hat der Gemeindekirchenrat Anfang Februar die Lautaer im Gemeinderaum zusammengerufen, um sie über die dramatische Situation zu informieren und über Lösungen zu diskutieren. "Ich werde in jüngster Zeit öfter von Leuten angesprochen, die wissen wollen, was mit der Kirche los sei", berichtet Sigrid Roeser. "Schließlich, so sagen sie, sehe man weder von außen noch von innen größere Schäden."

Für die Lautaer ist die Diagnose indes ein Schock. Für Lothar Krautz, der auch Mitglied des Gemeindekirchenrates ist, wäre es der schlimmste Fall, würde sich das Gotteshaus in eine Ruine verwandeln. "Die Kirche gehört einfach zum Dorf, sie ist das Wahrzeichen. Daher müssen wir für ihren Erhalt kämpfen", sagt der 67-Jährige. Das noch fehlende Geld solle durch Spenden herangeschafft werden. Darüber hinaus plane die Kirchgemeinde mehrere Veranstaltungen wie Orgelkonzerte und das große Herbstfest. Außerdem hat die aus Lauta stammende Malerin Christina Hoffmann ein Ölbild vom Gotteshaus für eine Versteigerung gesponsert. Mit im Boot haben die Christen auch den Lautaer Bürgermeister Frank Lehmann. Er könne zwar nicht mit klingender Münze dienen, wohl aber mit ideellem Beistand. "Mir liegt sehr viel an dieser Kirche. Ohne sie wäre Lauta ein Stück weit ärmer", so der Rathauschef.

Klappt alles wie geplant, könnten im Juni die Bauarbeiten an der Dachkonstruktion starten, kündigt Sigrid Roeser an. Und zu Weihnachten solle alles fertig sein. "Spätestens", sagt die rührige Kirchenfrau mit Nachdruck.

amz1

Lausitzer Rundschau vom 06. Februar 2017

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