Kleine Dorfkirche braucht Hilfe

Sanierung der teils morschen Dachkonstruktion in Lauta-Dorf nötig / Spendenaktion startet

LAUTA-DORF Eine der ältesten Kirchen der Region die Laurentiuskirche in Lauta-Dorf (Dorfkirche des Monats Januar 2017) - ist in ihrer Bausubstanz bedroht: Die Holzschwellen der Dachkonstruktion sind so geschädigt, dass nur eine Sanierung für rund 210 000 Euro das Bauwerk retten kann. Für diesen Kraftakt sucht die kleine Kirchengemeinde nun nach Unterstützern.

Pfarrer Norbert Krüger und Sigrid Roeser vom Gemeindekirchenrat hoffen auf Unterstützung für die Rettung der kleinen Kirche von Lauta-Dorf. Sigrid Roeser zeigt ein Foto von dem verfaulten Schwellenbalken in der Dachkonstruktion des Gotteshauses.
Foto: Würz
 
Die Laurentiuskirche in Lauta-Dorf wurde 1450 erbaut und nach Zerstörung im 30-jährigen Krieg 1652 wiederaufgebaut.
Foto: Würz

Die ersten Anzeichen tauchen vor zwei Jahren auf: In dem denkmalgeschützten kleinen Gotteshaus bekommt ein tragender Balken direkt über der Kirchenorgel einen Riss, der nach und nach immer größer wird. Pfarrer Norbert Krüger und der Gemeindekirchenrat sind sehr besorgt und ziehen sofort Experten zu Rate. Diese untersuchen die hölzerne Dachkonstruktion, die nachweislich aus den Jahren des Wiederaufbaus der Kirche ab 1650 nach dem 30-jährigen Krieg stammt, genau. Das Ergebnis ist ernüchternd: Die auf den Mauern des Kirchenschiffes aufliegenden Holzschwellen, die den Dachstuhl tragen, sind zu 75 Prozent marode, verfault oder gar nicht mehr vorhanden. Das hat zu Lastenverschiebungen im Dach geführt, die letztlich an dem Bruch des hölzernen Querbalkens über der Orgelempore schuld sind. Der angebrochene Balken wird gegenwärtig durch eine Abstützung gesichert doch eine richtige Lösung für das Problem kann nur eine Sanierung der Schwellenbalken sein. "Das gesamte Dach der Kirche ist gefährdet. Bei starkem Unwetter oder Sturm könnte es jederzeit großen Schaden nehmen", äußert Sigrid Roeser, die Vorsitzende des Gemeindekirchenrates, die Befürchtungen.

Deshalb soll mit der Instandsetzung nun so schnell wie möglich begonnen werden. Geschätzte Kosten: rund 211 000 Euro. Für Fördergeld aus dem europäischen Leader-Programm, für Geld aus dem staatlichen Denkmalschutz, von Landeskirche und innerkirchlicher Bauhilfe wurden Anträge gestellt - und die sind auch sehr aussichtsreich. Doch den Eigenanteil der Kirchengemeinde in Höhe von 40 000 Euro müssen die Lautaer Christen mit Spendensammlungen in den kommenden Monaten zusammenbekommen. "Wir haben Ideen für eine ganze Reihe von Veranstaltungen", sagt Sigrid Roeser. So hat der berühmte Organist Matthias Eisenberg bereits seine Unterstützung zugesagt. Am 11. Mai wird er ein Benefizkonzert in Lauta-Dorf spielen. Darüber hinaus sind Vorträge zur Geschichte des Gotteshauses, spezielle Kirchenführungen und ein großes Kirchenfest mit Konzert und Versteigerung eines Gemäldes von der Künstlerin Christina Hoffmann geplant. Der Startschuss für die öffentliche Spendenaktion wird bereits am kommenden Freitag während eines Informationsabends über das Bauvorhaben gegeben. Pfarrer Krüger und Sigrid Roeser hoffen jedenfalls, viele Menschen motivieren zu können, sich an der Kirchenrettung zu beteiligen.

Zum Thema:

Freitag, 3. Februar, 19 Uhr: Informationsabend mit Projekterläuterung im Gemeinderaum, Dorfstr. 9. Weitere Termine für Veranstaltungen mit Spendensammlung sind: 11. Mai, 19 Uhr: Benefizkonzert mit Organist Matthias Eisenberg. 10. Juni, 14 Uhr: Familiengottesdienst zum Dorffest. 7. Juli, 19.30 Uhr: Orgelkonzert im Rahmen der Reihe "Mixtur im Bass". Im Herbst: Großes Kirchenfest mit Chor "Musica viva"

Catrin Würz

Lausitzer Rundschau vom 31. Januar 2017

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