Halbe

Gotteshaus bald wieder schön

Für die Halber Dankeskirche liegen mehr als 500 000 Euro Fördergelder aus dem EU-Programm Leader vor. Die Sanierung soll möglichst noch im Sommer starten. Nach dem Turm sind nun Dach, Dachstuhl, Fassade und Innenraum an der Reihe.

Die Dankeskirche mit dem angegliederten Freizeitheim kann nun weiter saniert werden.
Quelle: Karen Grunow

Halbe. Bald wird die Dankeskirche in Halbe wieder eingerüstet sein. Der nächste, der große Sanierungsschritt steht nun an: Mehr als 700 000 Euro wird es kosten, Dach, Dachstuhl, Fassade und Innenraum nebst Orgel zu reparieren und restaurieren. Allein 528 000 Euro sind aus dem EU-Förderprogramm Leader bereits zugesagt worden. Mit knapp 240 000 Euro der Gesamtsumme soll die Renovierung des direkt an die Kirche angegliederten Freizeitheimes realisiert werden.

Ende 2015 konnten sich die Halber bereits über die abgeschlossene Sanierung des Kirchturms freuen. „Leider ging es dann nicht nahtlos weiter“, resümiert Eckart Köthe, der Vorsitzende des Fördervereins Dankeskirche Halbe. Trotz der Verzögerung sind aber nun alle sehr optimistisch gestimmt. Es hatte ein wenig gedauert, weitere Gutachten zum Sanierungsvorhaben zu erstellen. Da der Leader-Gelder-Anteil über einer halben Million liegt, wurde das notwendig. Allerdings verzögerte sich diese zusätzliche Überprüfung ein wenig; zwischenzeitlich musste deshalb die Kirchengemeinde 7700 Euro vom Landkreis Dahme-Spreewald zugesicherte Fördergelder wieder zurückgeben, da die Sanierung nicht bis Ende 2016 begonnen werden konnte. Das bedeutet nun, dass sich die Gemeinde neuerlich um eine solche Summe aus dem Denkmalpflegefonds des Kreises bewerben muss. Und erst, wenn dafür hoffentlich wieder eine Zusage vorliegt, können die endgültigen Verträge mit dem Architekten vereinbart und die Bauleistungen ausgeschrieben werden. „Wir müssen nachweisbar alle Finanzierungsposten haben", so Köthe. Neben Leader-Mitteln kommen große Anteile vom Kirchenkreis, der Landeskirche, über Spenden, Förderverein und Kirchengemeinde.



Hintergrund

Der Grundstein für die Kirche wurde 1912 gelegt, zwei Jahre später fand die Weihe statt.
Architekt war Curt Carl Ernst Steinberg (1880-1960). Er entwarf mehr als 60 kirchliche Bauten.
Die Halber Kirche ist eine neobarocke Saalkirche, deren Schiff von einer flachen, längsovalen Kuppel überwölbt ist. Zwischen oktogonale Pfeiler, die für eine Art Dreischiffigkeit sorgen, wurden vorkragende Emporen eingespannt.
Der schlichte Putzbau wurde ergänzt durch Pfarrhaus und Gemeindezentrum, das heute als evangelisches Freizeitheim genutzt wird.


Es ist für alle Beteiligten ein riesiger Erfolg, dass das marode Gotteshaus saniert werden kann. Denn lange gehörte die 1914 geweihte neobarocke Kirche zu den Schlusslichtern in der Prioritätenliste der zu sanierenden Gotteshäuser der Landeskirche. Doch dann wurde 2008 der Förderverein gegründet, die Mitglieder machten den traurigen Zustand des Gotteshauses öffentlich, sammelten Spenden, fanden viel Unterstützung und lockten mit zahlreichen Veranstaltungen auch jene Halber in die Kirche, die sich eher nicht mit dem Glauben identifizieren. Viele von ihnen spendeten gern, auch bei der jüngsten Aktion des Vereins, bei dem Putzflächen am Kirchturm quadratmeterweise kartiert und verkauft werden.

Ein erstes Sanierungskonzept legte der Baruther Architekt Matthias Reckers bereits 2010 vor. Er hat sich auch um die Kirchturmsanierung gekümmert, die rund 180 000 Euro gekostet hatte. Auch wenn nun in mittlerweile absehbarer Zeit alles fertig sein wird, wollen die Mitglieder des Fördervereins ihre Aktivitäten nicht einstellen. Das Kirchencafé hat sich mittlerweile ebenso etabliert wie Konzerte und Vortrags- sowie Filmabende. „Am 19. Februar um 15 Uhr zeigen wir ,Das grüne Wunder – unser Wald’“, berichtet Friedhelm Blume. Und Hans Sonnenberg vom Naturpark Dahme-Heideseen wird am 12. März über bemerkenswerte Baumriesen der Region erzählen. Bei beiden Veranstaltungen gibt es wieder das Café, das mittlerweile auch von Besuchern der Kriegsgräberstätte Waldfriedhof wahrgenommen wird. Überhaupt soll die Kirche künftig auch für diese Menschen ein Anlaufpunkt sein, ihnen Halt bieten können.

Das Freizeitheim selbst, in dem 25 Betten für Kita- und Schülergruppen und andere Reisende zur Verfügung stehen, gehört zu den nachgefragtesten Einrichtungen der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. „Wir hatten im vergangenen Jahr 3300 Übernachtungen“, berichtet Köthe. Im kommenden Jahr läuft der Nutzungsvertrag mit dem jetzigen Träger, dem Kirchenkreis Berlin-Neukölln, aus. Derzeit wird über die personelle und konzeptionelle Struktur nachgedacht.

Von Karen Grunow

Märkische Allgemeine vom 27. Januar 2017

   Zur Artikelübersicht