Darritz

Arbeiten an Kirche sollen Mitte Mai beginnen

Die Darritzer Kirche muss dringend saniert werden. Mitte Mai könnten die Arbeiten an dem Gotteshaus beginnen. Noch fehlt die Zusage des größten Geldgebers. Doch der Temnitzer Gemeindekirchenrat ist optimistisch, dass diese Zusage rechtzeitig kommt.

Moos auf dem Dach, Schäden am Dachgebälk: Die Darritzer Kirche muss saniert werden.
Quelle: Peter Geisler

Darritz. Das Dachgebälk der Darritzer Kirche ist einigen Stellen so verrottet, dass sich das Holz mit bloßen Händen zerbröseln lässt. Die etwa 170 Jahre alten Eichenfenster sind nicht minder marode. Die Darritzer Kirche muss dringend saniert werden. Ginge es nach Pfarrerin Ann-Katrin Hamsch und dem Vorsitzenden des Temnitzer Gemeindekirchenrates Joachim Pritzkow bereits ab Mitte Mai. Noch fehlt die Zusage des größten Geldgebers. Doch Hamsch ist „vorsichtig optimistisch“, dass die Zusage rechtzeitig kommt.

Etwa drei bis vier Monate würde es dauern, das Gotteshaus zu sanieren. Die Reparatur der Schäden sei „teilweise sehr drängend“, sagt Architekt Christian Kannenberg, der am Sonnabend in Darritz seine Pläne zum Erhalt des Gotteshauses vorstellte. Besonders fortgeschritten sind die Schäden dort, wo die Dachbalken aufliegen. Punktuell, so Kannenberg, sei die Substanz so beschädigt, dass die Konstruktion nicht mehr ausreichend stabil sei.

Alte Eichenfenster sollen in Werkstatt aufgearbeitet werden

Problematisch auch der Zustand der Eichenfenster. „Teilweise ist gar kein Rahmenholz mehr vorhanden“, sagt Kannenberg, der in Wittstock sein Büro hat. Gerade im untereren Bereich seien die Fenster stark in Mitleidenschaft gezogen. In einer Werkstatt sollen beschädigte Stellen deshalb ausgewechselt und weggebrochene Teile der Bleiverglasung ersetzt werden. „Das lohnt sich, weil die Fenster einmal so qualitätvoll ausgeführt wurden“, sagt Kannenberg.

Mit bloßem Auge lassen sich inzwischen auch die Schäden am Mauerwerk erkennen. Ein korrodierter Maueranker drückt an einer Ecke der Kirche aus den Backsteinen. Er müsste ersetzt werden. Zugleich soll das Dach wieder Biberschwänze bekommen. Zu DDR-Zeiten war das Dach mit Betonsteinen eingedeckt worden. Längst sind die Steine mit Moos zugewachsen. „Die Betonsteine haben ihr Lebensende erreicht“, sagt Kannenberg.

Biberschwänze oder Zink wären möglich

Offen ist, wie die Apsis und die Seitendächer eingedeckt werden sollen. Denkmalschützer wären mit Biberschwänzen oder Zink einverstanden. Kannenberg würde zumindest über der Apsis für ein Zinkdach plädieren. „Biberschwänze könnten zu unruhig wirken.“ Eine endgültige Entscheidung liegt jedoch bei den Mitgliedern des Gemeindekirchenrates.

Etwa 190 000 Euro wird die Sanierung des zwischen 1845 und 1848 erbauten Gotteshauses kosten. Pritzkow hofft auf 116 000 Euro aus dem so genannten Staatskirchenvertrag. Sollte es eine Zusage dafür geben, würde auch der Kirchenkreis 35 000 Euro beisteuern. Der Rest soll über Stiftungen und die Kirchengemeinde aufgebracht werden. Sollte eine Finanzierung in diesem Jahr nicht zustande kommen, müsste die Kirchengemeinde über eine Notsicherung nachdenken, sagt Kannenberg. Doch Pritzkow rechnet mit einer Zusage des größten Geldgebers. „Wir sind auf der Zielgeraden.“

Von Frauke Herweg

Märkische Allgemeine vom 22. Januar 2017

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