Ferchesar

Dorfkirche Ferchesar wird saniert

Es ist alles vorbereitet. Die Sanierung der Dorfkirche Ferchesar ist das wichtigste Bauvorhaben der Evangelischen Reformationsgemeinde Westhavelland. Insgesamt werden 390 000 Euro saniert. Doch Ferchesar ist nicht das einzige Bauvorhaben der Kirchenleute.

Die Dorfkirche Ferchesar wird in diesem Jahr für 390 000 Euro saniert.
Quelle: Norbert Stein

Ferchesar. Die ersten Vorbereitungen zur Sanierung der Dorfkirche Ferchesar sind bereits erledigt. Eine Spezialfirma hat im Inneren die Kirche den Dachstuhl von gesundheitsschädlichen toxischen Stoffen gesäubert. Die Arbeiten zur Beseitigung des zu DDR- Zeiten verwendeten Holzschutzmittels Hylotox sind abgeschlossen. Auch die Schallluken für die Glocken sind bereits ausgebaut und werden derzeit erneuert. Wenn es die Witterung zulässt, soll die Kirche Ende Februar mit einem Baugerüst umstellt werden.

Steht das Baugerüst, beginnt die eigentlichen Kirchensanierung. Die Neueindeckung der Turmhaube, die Erneuerung der Gesimsbleche und Ausbesserungen am Holztragwerk sind die ersten Arbeiten. Das Kirchenschiff bekommt ein neues Dach, Fugen im Mauerwerk und der Sockel werden ausgebessert. Auch sonst gibt es noch einiges zu tun, um die Kirche fit zu machen für die Zukunft.

Matthes Mustroph vom Vorstand des Fördervereins zur Erhaltung der Dorfkirche Ferchesar freut sich schon auf den Tag der Öffnung der Kirchturmkugel im Frühjahr. Er ist gespannt, welche historischen Dokumente die Kirchengemeinde 1907 bei der Einweihung des quadratischen Turms aus Backstein in die Kugel gelegt hat. Der Turm im neubarocken Stil mit Zwiebelhaube und Laterne prägt die Westseite der Kirche.

„Die historischen Dokumente könnten weiteren Aufschluss geben über die Geschichte der Kirche und des Dorfes“, hofft Matthes Mustroph. „Wenn die Zeit den Dokumenten nicht zu sehr zugesetzt hat, soll alles in der Kugel bleiben, angereichert mit aktuellen Unterlagen von der diesjährigen Sanierung und neueren Schriften.

Geht alles nach Plan, können Detlef Zemlin vom Kirchenförderverein zufolge, die Bauarbeiten im September abgeschlossen werden. Wenn alle Arbeiten erledigt sind, wird ein Festgottesdienst in der Kirche gefeiert. Für die Sanierung stehen insgesamt 390 000 Euro zu Verfügung.

Das Land Brandenburg unterstützt das Vorhaben mit 287 000 Euro Leader-Fördermittel aus dem EU-Fonds für die Entwicklung des ländlichen Raums. 100 000 Euro Eigenmittel sichert die Evangelische Reformationsgemeinde Westhavelland, zu der neben Ferchesar weitere 14 Dörfer aus dem Bereich Nennhausen gehören. Die Bewilligung der Fördermittel für das Vorhaben in Ferchesar verdankt die Reformationsgemeinde auch der stetigen Unterstützung durch den Förderverein. Der hat seit seiner Gründung im Jahre 2006 immer wieder mit Veranstaltungen auf die Notwendigkeit der Kirchensanierung aufmerksam gemacht hat.

Für die Evangelische Reformationsgemeinde Westhavelland sei die Sanierung des Gotteshauses in Ferchesar 2017 das wichtigste Vorhaben, sagt ihr Vorsitzender Andreas Tutzschke. Neben notwendigen kleineren Reparaturarbeiten an anderen Kirchen wird die Kirchengemeinde in diesen Jahr aber weitere Vorhaben vorbereiten.

Andreas Tutzschke erklärt, die Kirchengemeinde werde für die dringend notwendige Sanierung der Dorfkirche Landin einen Fördermittelantrag erarbeiten und beim Land zur Bewilligung einreichen. Für die Kirche in Kriele wird ein Sanierungskonzept erarbeitet.

Von Norbert Stein

Märkische Allgemeine vom 17. Januar 2017

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